44 Millionen Europäer werden an Durst leiden

  • Publiziert: 10.04.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

MADRID – Die düsteren Prognosen rund um den Klimawandel häufen sich. Jetzt befürchten Wissenschaftler, dass es in der Mittelmeerregion zu einer dramatischen Wasserknappheit kommen dürfte.

Wissenschaftler erklärten heute auf einer Pressekonferenz in Madrid, dass die Mittelmeerregion sich angesichts des globalen Klimawandels in den kommenden Jahrzehnten auf dramatische Veränderungen einstellen muss. Demnach werden bis zum Jahr 2070 zwischen 16 und 44 Millionen Europäer von Wasserknappheit bedroht sein. Als Folge immer weniger Regens wird sich die Energiegewinnung aus Wasserkraftwerken im selben Zeitraum den Berechnungen zufolge um durchschnittlich sechs Prozent verringern. Die Länder in der Mittelmeerregion müssen sogar mit einem Rückgang um 20 bis 50 Prozent rechnen!

Die Meeresspiegel werden laut der Vorhersage in den nächsten Jahrzehnten hingegen dramatisch ansteigen. Für Spanien etwa sagte der spanische Ökologieprofessor Jose Manuel Moreno bis zum Ende des Jahrhunderts einen Anstieg um 40 Zentimeter voraus. Er und andere Experten stützen sich dabei auf Daten aus dem noch nicht formell veröffentlichten Europa-Kapitel des Weltklimaberichts.

Das Ökosystem am Mittelmeer gehört zu den sensibelsten in der Welt und sei deshalb vom Klimawandel mit am schlimmsten betroffen, sagte Moreno. Als Folge des Klimawandels muss sich nach seinen Angaben auch die europäische Tourismusindustrie umstellen. Heissere Sommer würden in den Touristenzentren zu einer Verlagerung der Besucherströme in die Herbst- und Frühjahrsmonate führen. Und in den Wintersportorten würden mangels Schnee die Urlauberzahlen immer weiter zurückgehen.

Weltkulturerbe ade?

PARIS – Der Klimawandel bedroht zahlreiche Stätten, die von der UNESCO als Weltkulturerbe geführt werden. Die Londoner Innenstadt, der Nationalpark Kilimandscharo und das Great Barrier Riff sind unter den Orten, die unter steigenden Temperaturen und Meeresspiegeln zu leiden haben und möglicherweise ganz zerstört werden. Dies geht aus einer heute vorgestellten Studie der UN-Kulturorganisation hervor.

Für historische Städte und Siedlungen erweist sich dem Bericht zufolge eine steigende Feuchtigkeit nach Überflutungen als verheerend. Besonderes Augenmerk legten die Experten auf die Folgen für die City of London. Die Feuchtigkeit führe zu einer erhöhten Salzkristallbildung, wodurch verzierte Oberflächen zerstört werden könnten, lautet das Fazit.

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