Kleines Wunder im Riesendrama

  • Publiziert: 15.05.2008, Aktualisiert: 20.01.2012

DUJIANGYAN (China) – Geschützt durch die Körper ihrer Eltern überlebte die kleine Song Xinyi 43 Stunden in den Trümmern eines Hauses. So ein Glück hatten nach dem Mega-Beben nicht viele: China rechnet neu mit 50'000 Toten.

Song Xinyi wurde gestern von den Rettungskräften befreit. Das Mädchen habe nach dem verheerenden Erdbeben vom Montag 43 Stunden im Landkreis Beichuan unter Trümmern gelegen. Die Rettung sei ein «Wunder». Song Xinyi wurde offenbar bereits am Dienstag von den Rettungskräften gefunden. Sie konnte aber nicht geborgen werden, weil zu viele Trümmer über ihr lagen.

Die Rettungskräfte gaben ihr von aussen Milch und Nahrung, zudem schützten sie das Mädchen mit Planen vor heftigem Regen. Die Dreijährige überlebte anscheinend, weil sie beim Einsturz des Gebäudes am Montag von den Körpern ihrer toten Eltern geschützt wurde. Auch Song wurde laut Xinhua schwer an den Beinen verletzt, sie konnte aber nach ihrer Rettung laufen.

Auch eine schwangere Frau wurde gestern nach 50 Stunden unverletzt aus Trümmern geborgen. Solchen Wundern stehen aber die enormen Opferzahlen gegenüber, die jeden Tag steigen: Mit 50000 Toten rechnet die Regierung in Peking mittlerweile. Dazu kommen 65000 Verletzte und zehntausende Obdachlose.

Diese Zahlen sind so enorm, dass das Schicksal Einzelner kaum zu fassen ist. Unsere Fotostrecke soll daran erinnern. (SDA/gux)

Probleme bei 400 Staudämmen

PEKING – Nach dem Erdbeben in China sind an über 400 Staubecken im Land Sicherheitsprobleme aufgetreten. Dies habe eine Überprüfung von Wasserspeichern, Wasserkraftwerken und Dämmen in fünf Provinzen ergeben, berichtete das staatliche chinesische Fernsehen. Unter den gefährdeten Bauwerken seien auch «zwei wichtige». Welche das sind, wurde zunächst nicht gesagt. Nach vorherigen Berichten hatte der riesige Drei-Schluchten-Staudamm in der Provinz Sichuan das Beben unbeschadet überstanden. Ob er nun doch auch zu den gefährdeten Bauwerken zählt, wurde vorerst nicht bekannt.

Auch 11-Jährige noch lebend gerettet

Nach 68 Stunden unter den Trümmern einer vom Erdbeben zerstörten Schule im südwestchinesischen Dorf Yingxiu haben Rettungskräfte am Donnerstag ein elfjähriges Mädchen lebend geborgen.

Schwache Hilferufe hatten sie an die Stelle geführt, in der Zhang Chunmei unter den Schuttbergen begraben war. Kaum einer der Helfer hatte noch daran geglaubt, eines der verschütteten Kinder lebend vorzufinden.
play Nach 43 Stunden unter Trümmern fast unverletzt geborgen: die kleine Song. (Reuters)

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