Der heisse Draht zum Thema Gesundheit Kampf gegen Spielsucht

  • Publiziert: 11.01.2010, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Dr. med. Silva Keberle

Mein Mann ist seit jeher fasziniert von Glücksspielen – und gab schon immer viel Geld dafür aus. In letzter Zeit spielt er mit wachsenden Einsätzen Lotto, kauft Glückslose aller Art, und ausserdem verbringt er immer mehr Zeit an den Spieltischen im Casino. Nun mache ich mir Sorgen, dass mein Mann spielsüchtig wird. Was kann ich dagegen tun? Maria B. (51)

Über das Suchtrisiko von Roulette, Black Jack, Geldspielautomaten, Lotterien oder Wetten weiss die Bevölkerung noch wenig – obwohl in diesem Bereich zwischen 80 000 und 120 000 Schweizer ein problematisches Verhalten zeigen, wie Studien festhalten. Mehr als 23 000 Menschen sind sogar mit einer Spielsperre in einem Casino belegt.

Doch woran erkennt man die Spiel-Problematik? Gemäss der «Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme» sowie dem «Fachverband Sucht» gibt es verschiedene Anhaltspunkte: Ein Betroffener spielt häufiger und länger als in der Vergangenheit und versäumt dadurch Verabredungen und Verpflichtungen. Er reagiert oft uneinsichtig bis aggressiv, wird er auf das Spielen angesprochen und belügt die Familie und andere in seinem Umfeld. Zudem ist die Person unruhig und gereizt, sollte sie versuchen, weniger zu spielen – oder aber sie leiht sich Geld von Angehörigen und Freunden.

Bei solchen Anzeichen ist es wichtig, dass das Umfeld früh reagiert. Denn Glücksspieler nehmen ihr Problem oft erst dann wahr, setzen der Familie, dem Arbeitgeber oder gar Gläubigern Druck auf.

Prävention ist wichtig, um psychische und physische Folgen zu verhindern. Gemeint sind depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit, steigender Alkohol- und Tabakkonsum sowie soziale und finanzielle Fiaskos wie Verschuldung, Isolation, Streit in der Familie und Arbeitsprobleme.

Suchen Sie deshalb raschmöglichst das Gespräch mit Ihrem Mann. Falls das nicht möglich ist oder er blockt, können Sie auch Freunde bitten, mit ihm zu reden. Nur wenige Betroffene suchen selber Hilfe, sei es aus Scham oder weil sie das Problem verharmlosen. Die Motivation zu diesem Schritt ist daher sehr wichtig.

Hilfreiche Unterstützung kann selbstverständlich ihr Hausarzt bieten – oder auch eine Suchtberatungsstelle und ein Psychotherapeut.

Kontakt

Schreiben Sie: Blick, Heisser Draht, Gesundheit, Postfach, 8021 Zürich

E-Mail: gesundheit@blick.ch

Es können nicht alle Fragen berücksichtigt werden.

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