Auch das noch! Impfstoff für normale Grippe geht zu Ende

  • Publiziert: 10.11.2009, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Anna Vonhoff

Wollen Sie sich noch gegen die saisonale Grippe impfen lassen? Dann müssen Sie pressieren. Es gibt fast keinen Impfstoff mehr.

Auch das noch! Das Impf-Chaos um die Schweinegrippe ist offenbar ansteckend: Denn der Impfstoff gegen die normale Grippe geht aus – und kann auch nicht mehr nachbestellt werden.

«Ja, es stimmt. Alle unsere Impfstoffe für die saisonale Grippe sind ausverkauft», sagt Eva Conrad vom Medikamenten-Grossverteiler «Zur Rose».

Auch der Pharmariese Solvay muss Wünsche nach Nachschub ausschlagen. Thomas Wagner, der medizinische Direktor von Solvay Schweiz, bestätigt: «Wir können keinen Grippe-Impfstoff mehr für die Schweiz liefern.»

Das Unternehmen ist unter anderem verantwortlich für die Herstellung und den Vertrieb von «Influvac». Diese Impfung ist besonders für Kinder geeignet.

Man produziere jedes Jahr nur so viel an Impfstoffen, wie voraussichtlich auch gebraucht werde, sagt Wagner zu BLICK. «Wir orientieren uns da nach Prognosen und Erfahrungswerten. Damit wir am Ende nicht auf einem Rest sitzenbleiben.»

Impfstoff-Hersteller im Dienst der Schweinegrippe

Nur, in diesem Jahr ist wegen der vorher unbekannten Schweinegrippe eben alles anders: Viele Menschen sind verunsichert und möchten sich auch erstmals gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

Doch bei einigen Hausärzten ist das jetzt schon nicht mehr möglich. Der Impf-Engpass ist für Marc Müller, Präsident der Haus- und Kinderärzte, keine Überraschung: «Der Schweinegrippe-Impfstoff und der Impfstoff gegen die normale Grippe werden in den gleichen Produktionsanlagen hergestellt », erklärt er.

Und eben dort würde jetzt nur noch der Schweinegrippe-Impfstoff produziert, sagt Müller. Deshalb könne der andere Impfstoff nicht nachgeliefert werden werden. Der oberste Hausarzt: «Das ist eine unangenehme Situation für Risikopatienten, die sich noch nicht gegen die saisonale Grippe geimpft haben.»

Allen Risikopatienten rät Müller, möglichst bald einen Hausarzt aufzusuchen, der den schützenden Pieks noch verabreichen kann.

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