Im Internet posiert Walliser Mafia-Boss vor der Auslieferung

Die beiden verurteilten Mafiosi Antonio und Francesco N. wurden im März im Wallis verhaftet und ausgeliefert. Jetzt sitzt ein weiterer Mafioso im Wallis in Auslieferungshaft.

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Auf seinem Facebook-Profilbild ist Leo C.* (55) in edles Tuch gekleidet und zieht genüsslich an einer Zigarre. Doch im Oberwallis zeigte er sich nie in dieser Mafia-Pose. Hier lebte er unauffällig in einer schlichten Arbeiterunterkunft am Dorfeingang von Visp.

In seiner Facebook-Chronik liess er durchblicken, wer er wirklich war. Er postete Fotos von teuren Autos, exklusiven Reisen und schönen Frauen.

Und tatsächlich: Laut italienischen Ermittlern amtierte er als Boss des mächtigen `Ndrangheta-Clans Borghetto-Caridi-Zindato. 2011 verhafteten sie ihn und sieben weitere Beschuldigte. Der Zelle wird vorgeworfen, einen kalabrischen Kommunalpolitiker mit gekauften Stimmen ins Amt gehievt zu haben. Im Gegenzug sollte er der Mafia Posten und Aufträge zuschanzen.

Nach mehrmonatiger Untersuchungshaft kam Leo C. 2013 frei. Er nutzte die Gelegenheit, um abzutauchen. Als ihn das Strafgericht in Reggio Calabria 2014 in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von neuneinhalb Jahren verurteilte, war er für die örtlichen Behörden nicht mehr zu fassen. Später fand die Polizei heraus: Er war in Visp VS untergetaucht, ausgestattet mit einer Schweizer Aufenthaltsbewilligung.

Auf Facebook-Profil posiert

Erst im Frühling 2016 konnten italienische Fahnder den Mafia-Boss im Oberwallis ausfindig machen. Denn er hatte nicht nur in Mafia-Manier auf seinem Facebook-Profil posiert, sondern auch Videos und Fotos aus dem Oberwallis gepostet.

Am 3. August 2016 schlug die Walliser Kantonspolizei zu. Sie reagierte damit auf ein Auslieferungsersuchen der italienischen Behörden. Leo C. wurde verhaftet. Seither sitzt er in Sitten in Auslieferungshaft. Gegen die vom Bundesamt für Justiz bewilligte Auslieferung an Italien wehrt er sich mit allen zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln. Sind diese ausgeschöpft, dürfte er in sein Heimatland ausgeliefert werden – wie schon die `Ndranghetisti Antonio (61) und Francesco (35) N.*

Die beiden waren im März in Stalden VS und Saas-Grund VS verhaftet und den italienischen Behörden überstellt worden.

*Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 08.01.2017 | Aktualisiert am 08.01.2017
Antonio N. lebte mit seiner Frau in Saas-Grund.

Das unauffällige Leben des Antonio N.

Der verurteilte Mafioso Antonio N. (60) führte in Saas-Grund VS ein unauffälliges Leben, arbeitete bis letzte Woche am Kinderskilift von Saas-Almagell. «Er wusste, dass er irgendwann seine Strafe absitzen muss», sagt eine Bekannte. Antonios Neffe Francesco N. (34) sitzt auch in Auslieferungshaft. Er lebte in Stalden VS und arbeitete als Betonfräser in Visp VS.

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1 Kommentare
  • drafi  schweizer aus berg
    08.01.2017
    Bestimmt nicht der einzige und erste Mafioso der mit etwas Kleingeld zu einer Aufenthaltsbewilligung kommt, da wird bestimmt nicht mehr so genau kontrolliert wer da den Antrag stellt, diese Herren haben Beziehungen die ein gewöhnlicher Antragsteller nicht hat, es braucht schon viel Glück wenn Herr Arbeiter !! jemanden aus visapflichtigen Ländern einladen möchte, und sei es nur für ein paar Wochen, was da alles an verlangt wird, man kommt sich wie ein Schwerverbrecher vor