Schweizerinnen kassieren «Stängeli» Hockey-Frauen von Kanada vorgeführt

  • Publiziert: 16.02.2010, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Nicole Vandenbrouck

VANCOUVER - 1:10-Pleite gegen Kanada - doch die Schweizer Eishockeyfrauen haben ihr Ziel erreicht: gegen die übermächtigen Kanadierinnen ein Tor zu schiessen.

Das Schussverhältnis aus Sicht der Schweizerinnen spricht Bände: 12:62. Auf Goalie-Frau Florence Schelling (Northeastern University) prasseln 55 dieser kanadischen Schüsse ein, 45 pariert die 20-Jährige. Danach macht sie Ersatz-Torhüterin Dominique Slongo Platz und ihrem Ärger kurz Luft.

«Es ist immer frustrierend, ein Tor zu kassieren», beschreibt Schelling später. «Doch wir haben die Kanadierinnen so stark erwartet. Ich wusste, was auf mich zukommen würde.» Unzählige Schüsse. Ihr weisses Trikot ist übersät von Puck-Abdrücken.

Da bekam ihr Schatz beinahe Mitleid: Florences Freund, AHL- und National-Verteidiger Yannick Weber (21), sieht sich in der ausverkauften UBC Thunderbird Arena (5413 Zuschauer) das Spiel zwischen der Schweiz und Kanada an. Ihm hat sich spontan auch Nati-Captain Sandy Jeannin angeschlossen.

Was unsere beiden Nationalspieler aber im Startdrittel zu sehen bekommen, sind überraschend gut eingestellte Schweizerinnen. Das Team von Trainer René Kammerer macht den Kanadierinnen das Toreschiessen schwer, allen voran Keeperin Florence Schelling. «Ich bin stolz auf mein Team», sagt sie. Doch vor allem dank ihr liegt die Schweiz nach dem Startdrittel nur 0:2 hinten. Nach dem Match erntet unsere Torhüterin von der gegnerischen Trainerin Melody Davidson deshalb einen Haufen Komplimente.

Dass sich die Schweizerinnen über ihr einziges Goal gegen Kanada wie grosse Sieger freuen, entgeht niemandem. «Es war unser Ziel, gegen diese Mannschaft einfach ein Tor zu erzielen», erklärt Schelling. Da pflichtet ihr auch Coach René Kammerer bei. Darcia Leimgruber (DHC Langenthal) trägt sich mit ihrem Treffer zum 1:5 ins Geschichtsbuch des Schweizer Frauen-Hockeys ein.

Den Einzug in die Finalrunde aber haben die Schweizerinnen nach den Niederlagen gegen Kanada und Schweden verpasst. Gegen die Slowakinnen muss morgen ein Pflichtsieg her. Und in den Klassierungsspielen (ab Samstag) gehts dann um den Platz zwischen den Rängen 5 und 8.

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