ZÜRICH - Der Juli war enttäuschend. Mit Verspätung rollt jetzt eine Hitzewelle an. Die Tendenz zeigt: Der späte Hochsommer ist keine Ausnahme.
Ein «furioses Sommerfinale» kündigen die Meteorologen von «meteoschweiz» an. Felix Baum von «meteonews» sagt zu Blick am Abend: «Für Sommerfans ist das die Königsklasse, praktisch das Champions-League-Finale des Sommers.»
Heute startet eine etwa einwöchige Hitzewelle. Wir haben lange darauf warten müssen. Bisher war der Sommer nass und nicht besonders sonnig. Genauso auch im letzten Jahr. Ein Zufall oder ein neues Wetter-Phänomen?
Meteorologe Felix Blumer sagte der Thurgauer Zeitung: «Es gibt eine Tendenz, dass sich der Sommer weiter nach hinten verschiebt.» Ein ähnliches Bild habe sich auch schon in den Jahren 2009 und 2008 gezeigt. Es gebe zwar noch keine empirischen Daten, «aber wir haben Theorien, was mögliche Ursachen sein könnten», sagt er.
Folgen der Klimaerwärmung stünden im Vordergrund. Diese führe zu einer Erwärmung der Ozeane und damit auch des Atlantiks. Und das verursache mehr Tiefdruckgebiete vor den Britischen Inseln. «Wir vermuten, dass deshalb das Azorenhoch, welches für heisses und schönes Wetter verantwortlich ist, so nicht nach Mitteleuropa gelangen kann», sagt Blumer. So gelange erst im August warme Luft zu uns.
Aber jetzt ist sie da. Den Höhepunkt erwartet Meteorologe Baum von Sonntag bis Dienstag. Er sagt zu Blick.ch: «Die Höchstwerte liegen verbreitet zwischen 32 und 34 Grad. In den Hotspots, das heisst in Sion, Basel, Genf und Chur kann es um die 36 Grad heiss werden.»
Knackt der Sommer 2012 damit den Hitze-Rekord aus dem Jahr 2003? «Nein, wahrscheinlich werden keine Rekorde gebrochen», sagt Baum. Ein paar 2. Plätze könnte es aber geben. 2003 war es extrem heiss, in Grono GR wurden 41,5 Grad gemessen.
Das heisst, die Schweizer müssen die Sommer-Rekorde 2012 in anderen Disziplinen aufstellen. Zum Beispiel im Dauergrillieren. «Gewitter haben am Wochenende keine Chance», sagt Baum.
Erst am Dienstag könnte es in den Bergen erste Gewitter geben. Und am Mittwoch dann auch im Flachland. Bis dahin sei die Luft «furztrocken». Das mache die Hitze für die Menschen deutlich leichter zu ertragen.
Eine gute Nachricht also für diejenigen, die es nicht so heiss mögen. Und Baum hat noch eine zweite: Da wir bereits August haben, sind die Nächte länger als noch im Juli. «Damit sind sie lang genug, um abzukühlen», sagt er. Das sei besonders für alte Leute dankbar. (gtq)
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (4)