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Was schenkt man einem Gipfelstürmer, der schon alles hat und schon (fast) alles erreicht hat? Diese Frage stellt sich nach der WM-Qualifikation Hitzfelds Berater Erwin Zogg. Der Netzwerker, der schon Köbi Kuhns Werbeverträge unter Dach und Fach brachte, hat eines Nachts eine zündende Idee: «Ich schenk Ottmar einen Fussballplatz. Aber nicht irgendeinen – sondern den höchsten in Europa.»
Der höchstgelegene Platz liegt auf 2000 m. ü. M. in Gspon, einem Weiler in der Walliser Gemeinde Staldenried. Da Hitzfelds Berater auch die Schweizer Kunstrasen-Spezialisten von «Sportisca» vertritt, war der Plan bald in Stein gemeisselt. Ein Kunstrasen muss für Gspon her – und der Platz soll «Ottmar Hitzfeld Gspon Arena» heissen.
Gestern wird der Platz offiziell eingeweiht. Kurz nach 11 Uhr hebt Hitzfeld mit seiner Gattin Beatrix in Egerkingen mit einem Heli ab. SonntagsBlick fliegt mit.
«Fantastisch, traumhaft»
Pilot Hans-Ruedi Müller schraubt die Maschine auf 3500 Meter hoch. Sarnersee, Lungernsee, dann über den Brünigpass. Brienzersee. Der Eiger steht majestätisch in der Landschaft. Hitzfeld staunt: «Fantastisch, traumhaft. Es ist immer wieder ein Erlebnis, über die Alpen zu fliegen. Am Fuss der Eigernordwand war ich schon mal – aber mit dem Zug.»
Vorbei am Eiger, das ewige Eis erscheint. Concordiaplatz, der Aletschgletscher. In weiter Ferne ist das Matterhorn auszumachen. Der Heli sticht im Wallis in die Tiefe. Dann nach links ins Vispertal hinein. Und hoch nach Gspon. Da liegt sie, die «Ottmar Hitzfeld Gspon Arena».
Die Tambouren und Pfeifer Staldenried stehen stramm. 600 Leute zählt Staldenried, 45 davon spielen Fussball. Verrückt. Sie sind alle gekommen. Und viele auch, die nicht aktiv dem Ball nachrennen. Der FC Gspon ist mit neun Titeln Rekordmeister der Walliser Bergmeisterschaft.
Gemeindepräsident Alban Brigger hält die Laudatio. Er sagt: «Ottmar Hitzfelds Spitzenleistungen sind noch höher als unser Fussballplatz.»
«Ich muss das erst mal mental verarbeiten»
Hitzfeld nimmt das Mikro, spricht sichtlich gerührt: «Es ist eine ausserordentliche Ehre, dass ein Fussballplatz nach mir benannt ist. Ich muss das erst mal mental verarbeiten.» Gelächter auf dem Plastikrasen. Hitzfeld weiter: «Der Fussball war mein ganzes Leben mein treuer Begleiter, meine grosse Leidenschaft – ausser meiner Frau natürlich. Ich kann nur zu diesem schönen Platz gratulieren. Er wird eine grosse Motivation sein. Und ich bin sehr glücklich, dass ich hier oben bei Ihnen sein darf.»
«Bravo!», tönt es aus den Reihen der Musiker.
Es riecht nach Raclette. Zuerst wird noch eine Gedenktafel enthüllt. Hitzfeld muss Autogramme im Akkord schreiben. Dann bekommt der Nati-Coach ein Glas Burgerwein – Cabernet Jura. Walliser Trockenfleisch zum Apéro, dann Raclette mit Kartoffeln.
Bald gehts wieder heim. Mit dem Heli über die Alpen. Im Gepäck hat Hitzfeld Würste, Speck und Weisswein. Und schönste Erinnerungen. Der Coach nach der Landung in Egerkingen zu SonntagsBlick: «Ich hatte das Gefühl, dass ich diese Leute schon lange kenne.» Sagte es, packte die Geschenke ins Auto. Und fuhr Richtung St.-Jakob-Park zum Klassiker Basel gegen die Grasshoppers.