Mundartkurs – Blick macht den test: Heute Teil 7 Hilfe, ich kenn nur Typ-2-Schweizer!

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ZÜRICH – Lektion sibe im Schwiizertüütsch-Kurs. Die deutsche BLICK-Reporterin Katia Murmann muss die Schweizer in zwei Typen teilen.

ZÜRICH. Lektion sibe im Schwiizertüütsch-Kurs. Die deutsche BLICK-Reporterin Katia Murmann muss die Schweizer in zwei Typen teilen.

Für einen kurzen Moment bin ich sehr, sehr stolz. Ich habe gerade fehlerfrei gesagt: «Das isch d Schiterbiig vom Urs.» «Du machst Fortschritte», lobt eine Kollegin. Und fügt hinzu: «Aber ich weiss nicht, ob ich mich darüber freuen soll.»

Mein Stolz verfliegt im Bruchteil einer Sekunde. Und mir wird klar: Meine Kollegin ist eine Typ-2-Schweizerin. Eine von denen, die es nicht gut finden, wenn Deutsche Schwiizertüütsch lernen.

Andere Typ-2-Schweizer werden noch deutlicher: «Tu uns das bitte nicht an», haben sie mir gesagt, wenn ich sie mit einem fröhlichen «Gaats guet?» begrüssen wollte. «Bleib du bei deinem Hochdeutsch. Alles andere ist doof.»

Ein bisschen kann ich sie verstehen. Es hört sich noch immer schrecklich schräg an, wenn ich Schwiizertüütsch schwätze. Deshalb halte ich mich in der Öffentlichkeit zurück. Und versuche, Grammatik und Aussprache im Züritüütsch-Kurs zu perfektionieren.

In der letzten Stunde haben wir Personalpronomen gelernt. Nominativ: «Iich, duu, èèr, sii, èès, miir, iir, sii.» Dativ: «Miir, diir, im, ire, im, öis, öi, ine.» Und weiter im Akkusativ: «Miich, diich, in, sii, ins, öis, öi, sii.» Ab dem «diich» hört es sich an wie früher in der Schule – wenn wir Tonleitern aufsagen mussten.

Ausserdem lernen wir: «de Genitiv-Ersatz mit em unbestimmte-n-Artikel». Es heisst nicht: «Der Schuh eines Mannes.» Sondern: «De Schue vomene Maa.» Vomene. Und nicht voneme. Der Buchstabendreher will mir nicht über die Lippen.

«Ganz schön schwer», findet auch Leidensgenosse Thomas.

Er hat bisher nur positive Erfahrungen gemacht. «Am Arbeitsplatz finden alle gut, dass ich Schwiizertüütsch lerne», sagt er. Der Glückspilz. Thomas ist umgeben von Typ-1-Schweizern.

Die freuen sich, dass wir ihre Sprache lernen wollen. Und unterstützen uns nach Kräften. Zum Beispiel dadurch, dass sie sagen: «Sag mal was.» Und sich dann freuen, wenn wir schräg loslegen: «Iich wott Schwiizertüütsch leere. Wils so schön ist!»

Diese Worte kamen Katia mehr als spanisch vor

schliiffschüendle = Schlittschuh laufensnööbe = Snowboard fahrenlanglöifle = Langlaufenusestüüdele = hinauszögerngüne = pflücken (oder siegen)aabüeze = annähengingge = tretenzöikle = necken
Den Mund schön spitzen: Katia spricht Schwiizertüütsch.- Dominik Baumann

Top 3

1 Interaktiv Der vereiste Planetbullet
2 Malediven Präsident der Malediven tritt zurückbullet
3 Moderner Verkauf ab Hof Der Bauer im Selecta-Automatenbullet

News