Kommentar von Andreas Böni
Hitzfeld kitzelt Haki
Ottmar Hitzfeld hat Hakan Yakin nicht für das letzte Testspiel vor der WM-Nominierung aufgeboten. Und der Nati-Trainer hat vor dem Uruguay-Spiel am Mittwoch gleich Donnerschläge hinterhergeschmettert: «Yakin ist in Luzern ein wichtiger Spieler, aber wir reden hier von internationalem Fussball, da ist auch Athletik wichtig.»
Derart offene Kritik am Fitnesszustand eines Spielers ist bei Hitzfeld selten. Es zeigt ganz klar: Hakan Yakin hat nicht jene Rolle in der Nati, die er gerne hätte. Keinen Stammplatz, keine bedingungslose Rückendeckung vom Trainer. In Bezug auf die WM-Chancen für Yakin gibt es für Hitzfelds Aussagen zwei Deutungsmöglichkeiten.
Erste Interpretation: Hitzfeld plant nicht mehr mit Yakin. Er will ihn sich nur warmhalten, falls einer der fünf Top-Stürmer Frei, Nkufo, Streller, Derdiyok oder Bunjaku ausfällt.
Zweite Interpretation: Hitzfeld will Yakin kitzeln. Damit dieser sich jetzt nicht zurücklehnt, sondern an seiner körperlichen Verfassung arbeitet. Denn Hitzfeld weiss auch: Technisch, vom Spielwitz her gibt es keinen Besseren in der Schweiz.
Im Endeffekt bleibt Hakan nur eines: Er muss weiter hart an sich arbeiten und Tore schiessen. Und hoffen, dass einer der anderen fünf Stürmer versagt oder sich verletzt. Sonst fliegt die Nati wahrscheinlich ohne ihn nach Südafrika.