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Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben ist Haiti heute Morgen erneut von einem kräftigen Erdstoss erschüttert worden. Das neue Beben erreichte um 6 Uhr (Ortszeit) die Stärke 6,1 auf der Richterskala.
Die leidgeprüften Haitianer reagierten panisch. Ein deutscher Helfer berichtet auf seinem Blog: «Die Leute haben geschrien. Es gab ein tiefes Grollen und die Erde hat sich bewegt. Ich bin gelaufen...»
Auch andere Helfer stehen unter Schock: «Ich habe immer noch Gänsehaut», sagt Katja Lewinsky von der Johanniter-Unfall-Hilfe. «Wir sind teilweise in Schlafsachen hinausgerannt.»
Ein Mitarbeiter einer Hilfs-Organisation beschreibt das Erlebte so: «Ich dachte erst, dass jemand mich wachrüttelt. Sobald ich bemerkte, was los war, bin ich zusammen mit meinen Zimmerkollegen in den Flur gelaufen. Die Zelte sehen für heute recht einladend aus. Ich werde Sicherheit vor Luxus wählen.»
Zehn Sekunden
«Es hat zunächst ein stärkeres Beben und dann einen schwächeren Erdstoss gegeben. Das hat nur etwa zehn Sekunden gedauert», berichtet ein Korrespondent der Nachrichtenagentur dpa in Port-au-Prince. Diejenigen, deren Häuser noch standen, seien verängstigt auf die Strassen gelaufen.
Die Menschen auf den Strassen hätten nach den erneuten Erdstössen angefangen zu beten, berichtet «CNN». Sie flehen Gott um Vergebung und Gnade an. Die tiefgläubigen Haitianer halten die gewaltige Naturkatstrophe für den Zorn Gottes.
Mehr Eingestürzte Häuser
US-Journalisten berichteten von schwankenden Häusern auch in der Hauptstadt des Karibikstaates. Nach anderen Angaben sollen in Port-au-Prince vom ersten Beben bereits stark beschädigte Häuser nun ganz eingestürzt sein
Ruinen, die von Helfern zum Teil schon freigeschaufelt worden waren, wurden von neuen Trümmern eingedeckt.
Das Zentrum lag 56 Kilometer westsüdwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince in knapp zehn Kilometern Tiefe, wie das US-Erdbebenzentrum mitteilte. In der Hauptstadt halten sich derzeit tausende internationale Helfer auf.
Bergungen unterbrochen
Retter, die unter Trümmern nach Opfern suchten, müssen ihre Suche unterbrechen. Bevor die Bergungen weitergehen können, müssen die Ruinen nun erneut gesichert werden.
Das schwere Beben vor einer Woche hatte die Stärke 7,0. Die Behörden befürchten, dass bis zu 250000 Menschen bei der verheerenden Katastrophe ums Leben kamen. (SDA/gca)