«Scheiss-Hopper»! GC-Fan in Wetzikon grundlos verprügelt

  • Publiziert: 26.08.2011, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Sandro Inguscio

WETZIKON (ZH) - ZH - Stefan S. (25) wurde auf dem Bahnhof Wetzikon grundlos zusammengeschlagen. Der GC-Fan wird nie mehr richtig sehen können!

Im Freudentaumel kehrt GC-Fan Stefan S.* (25) mit seinen zwei Begleiterinnen am letzten Samstagabend aus Genf zurück. GC hat Servette 4:3 geschlagen. Ein grossartiger Abend für die drei, der schlimm endet!

Der junge Mechaniker ist gefährlich verletzt und sehr verunsichert. Sein rechtes Auge ist blutunterlaufen, zugeschwollen. Ein Pflaster hält die Risswunde auf dem Lid zusammen. Stefan S. erzählt, wie brutal er am Bahnhof Wetzikon ZH zugerichtet wurde.

Er schrie ‹Scheiss Hopper›

«Wir waren mit dem Car von Genf nach Zürich gefahren, nahmen da die S5 Richtung Wetzikon.» Die drei haben GC-Schals um, Stefan trägt ein Poloshirt mit Grasshoppers-Logo. «Neben uns sass dieser Typ. 23- bis 28-jährig. 1,75 cm gross. Dunkles, kurzes Haar. Sportlich gebaut. Mit einem schwarzen, runden Piercing unterhalb der Lippe», präzisiert das Opfer. «Er fragte mich, was der Stadtrivale FC Zürich gespielt habe. 0:2 verloren, sagte ich.»

Es geschieht nichts mehr. Bis Wetzikon. Um 2.30 Uhr steigt das Trio aus. Der Typ aus dem Zug folgt. Auf dem Perron warten viele Leute, die von der Chilbi heim wollen. Stefan wühlt sich durch die Menge. Dann geht alles ganz schnell. «Meine Kollegin sah den Typen von rechts kommen. Er schrie ‹Scheiss Hopper› – schon donnerte er mir seine Faust aufs Auge. Ich sackte zusammen.»

Der Täter flüchtet. Das Opfer hat das Nasenbein und einen Knochen unter dem Auge gebrochen. Die Augenbraue ist aufgeplatzt. Blut läuft ihm über das Gesicht. Die Bahnhofpolizei und Ambulanz werden alarmiert.

«Ich hatte Angst, blind zu sein!»

Stefan S. muss in die Notaufnahme. Er kann nichts mehr sehen. «Ich hatte Angst, blind zu sein!» Im Spital diagnostizieren die Ärzte, dass durch die Wucht des Schlags der Sehnerv verletzt wurde. «Man hat mir gesagt, dass ich nie mehr richtig sehen werde. Mein Leben ist für immer beeinträchtigt. Wegen nichts!»

Der GC-Fan «will, dass dieser Typ geschnappt und bestraft wird!» Hilfe sollten die Überwachungsbilder aus dem Zug sein. «Die Bahnpolizei hat mir gesagt, es sei kein Problem, den Typen zu finden, da die Videoaufnahmen im Zug erst nach sieben Tagen gelöscht würden», sagt Stefan S.

Am Montag erstattete er Anzeige. Die Kantonspolizei forderte die Überwachungsbilder an. Doch die SBB hatte sie gelöscht! «Die Transportpolizei hatte keine Anhaltspunkte, dass der Täter zuvor im Zug hätte sein können. So wurden die Aufnahmen wie üblich schon nach 24 Stunden gelöscht», bestätigt SBB-Sprecher Daniel Bach gegenüber BLICK.

Stefan S. ist wütend: «Das ist eine unglaubliche Sauerei! Ich hätte mich also im Spital darum kümmern müssen, dass die SBB die Aufnahmen nicht löscht.»

* Name der Redaktion bekannt

play Bahnhof Wetzikon. (Moritz Hager)

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