Freefight: Blut und Brüste

Sport oder Körperverletzung? Freefight erregt die Gemüter und spaltet die Gesellschaft. Nun präsentierten sich die Gladiatoren erstmals in Deutschland. Das Ergebnis: Ein blutrünstiges Spektakel.

  • Publiziert: 27.07.2009, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Daniel Leu

Stefan Struve liegt am Boden. Im Sekundentakt rammt ihm sein Gegner Denis Stojnic die Faustbrutal in den Kopf. Aus Struves Platzwunde an der Stirn fliesst das Blut über sein Gesicht. Der Kampf wird unterbrochen. Ein Ringarzt schaut sich die Wunde an und erklärt anschliessend den Niederländer für weiterhin kampffähig. Blutüberströmt rettet sich Struve in die Pause.

In der zweiten Runde wälzen sich die beiden erneut am Boden und im Blut. Struve sieht aus wie der sichere Verlierer, doch dann leckt er Blut, kann sich aus der Umklammerung seines Gegners lösen und kontert mit einem «Rear Naked Choke», einem Würgegriff, der die Blutzufuhr zum Gehirn unterbricht. Stojnic hat nur wenige Sekunden Zeit, um die Bewusstlosigkeit zu verhindern. Ihm bleibt keine andere Wahl, als den Kampf aufzugeben.

Struve ist der Sieger. Er streckt die Arme in die Höhe. Die Heldenpose eines Gladiators.«Mixed Martial Arts», kurz MMA, oder Freefight nennt sich die Sportart, die sich an diesem Samstagabend in der Kölnarena erstmals in Mitteleuropa präsentiert und die im Vorfeld für grosse Polemik gesorgt hat.

Titten und Tätowierungen

Knapp 13000 Zuschauer schauen sehen sich in der Kölnarena den Kampfabend an. Die Ticketeinnahmen liegen bei 1,3 Millionen US-Dollar. Das Publikum lässt sich unter dem Begriff «Tits and Tats» zusammenfassen: Titten und Tätowierungen.

Die Frauen solariumgebräunt, blondierte Haare, die sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale offengelegt. Die Männer aufgepumpt, tätowiert und in Muskel-Shirts. Hier durchmischen sich Show und Sport zu einem einzigartigen, abartigen Spektakel. Eine Inszenierung «Made in America».

Dazu gehören auch die Nummerngirls. Sie tragen Namen wie «Arianny Celeste» oder «Edith Labelle», sind spärlich bekleidet und wurden aus Übersee eingeflogen. Die ganze Perversion und Doppelmoral zeigt sich, als sich ein Fan mit einem Nummerngirl fotografieren lassen will. Sofort eilt eine Verantwortliche heran und nimmt dem Zuschauer das Bier aus der Hand. Blut und Brüste dürfen selbstverständlich fotografiert werden, nicht aber das Bier.

Das sind die Kämpfer

Im zweiten Teil: Alles über den Hauptkampf des Abends, die UFC-Kämpfer und wie der Promoter die brutalen Kämpfe verteidigt.

Top 3

1 Publireportage SWISSHAUS SWISSHAUS - Der zuverlässige Weg zum Eigenheimbullet
2 Warum erzählt Siegfried das Gegenteil? Roy liegt im Sterbenbullet
3 Roy hat Hirn wie Kleinkindbullet

News