Forscher: Schweinegrippe könnte aus Labor stammen

  • Publiziert: 14.05.2009, Aktualisiert: 13.01.2012

CANBERRA – Adrian Gibbs war massgeblich an der Entwicklung des Tamiflu-Wirkstoffs beteiligt. Er glaubt, dass das Schweinegrippe-Virus durch menschliches Versagen in die Umwelt gelangt sein könnte.

Der Australische Wissenschaftler Adrian Gibbs (75) ist nicht irgendwer. Der Virologe war an Forschungsprojekten beteiligt, die es den Pharma-Firmen Roche und GlaxoSmithKline ermöglichten, die Anti-Grippe-Medikamente Tamiflu und Relenza zu produzieren. Genauer: Er gehörte der Forschungsgruppe an, die den Tamiflu-Wirkstoff Oseltamivir entdeckte.

Der Forscher gab nun in einem Interview mit «Bloomberg Television» Beängstigendes zur Schweinegrippe-Epidemie preis: «Eine der einfachsten Erklärungen ist, dass das Virus aus einem Labor entwichen ist», so Gibbs. Trotzdem: Er räumt ein, dass es noch viele andere Erklärungen gibt.

Keiji Fukada von der Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt, dass Gibbs einer der ersten war, die das Schweinegrippe-Virus auf seine genetische Beschaffenheit untersuchten. Fukuda warnt: Falls das Virus bei einem Experiment oder bei der Produktion eines Impfstoffs entwich, wären bessere Sicherheitsmassnahmen angezeigt.

Ob an der Vermutung von Virologe Gibbs tatsächlich etwas dran ist, wird sich möglicherweise bald zeigen: «Ich denke, wir werden uns in den kommenden Tagen ein klareres Bild von der Sache machen können», sagt WHO-Mann Fukuda. «Gibbs Ergebnisse werden im Moment von vielen Experten überprüft.» (noo)

play Laborant mit Reagenzglas: Entwich das Schweinegrippe-Virus bei einem Experiment oder bei der Impfstoff-Produktion? (Reuters)

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