Walder & Meyer: Über die Frage, ob der Islam dumm macht
Marc Walder: Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer.
Aktualisiert um 00:48 | 01.11.2009
Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, im letzten SonntagsBlick haben Sie den Islam als «totalitäre Weltanschauung» bezeichnet. War das nicht zu hart?
Sehen Sie: Der Islam nimmt jeden einzelnen seiner Anhänger total in Beschlag. Genauso total nimmt er die Gesellschaft in Beschlag. Das heisst, er herrscht über seine Gläubigen, indem er ihnen keine Individualität ausserhalb der Glaubensgemeinschaft erlaubt. Und er herrscht über die Gesellschaft, indem er keine rechtsstaatlichen oder demokratischen Strukturen ausserhalb von Koran und Scharia erlaubt.
Das gilt doch nicht für alle Länder der islamischen Welt!
Mir geht es um die kulturellen Auswirkungen dieser Religion. Die ist überall fatal. Aber im Einzelnen haben Sie recht. Es gibt tatsächlich säkulare Staaten mit islamischem Hintergrund: Diktaturen wie Syrien, oder Halb-Demokratien wie die Türkei. Und es gibt natürlich viele säkulare Muslime, gerade bei uns in der Schweiz und im übrigen Europa, verantwortungsbewusste Bürger muslimischen Glaubens, die sich für Rechtsstaat und Demokratie engagieren. Die werden Islam-Kritikern gern als Gegenbeispiel vorgehalten...
...Islamkritikern wie Ihnen!
Ich zähle mich zu den Religionskritikern. Meine Kritik richtet sich sowohl gegen die rückwärtsgewandte katholische Kirche unter Benedikt XVI. in Rom wie gegen die reaktionären Evangelikalen, vor allem in den USA.
Aber in dieser Schärfe, in dieser Härte kritisieren Sie nur den Islam!
Er ist auch eine besonders harte Religion. Und eine unzeitgemässe. Es fehlt ihm die Reformation, es fehlt ihm die Aufklärung, es fehlt ihm die Anpassung an die Moderne. Darum finden wir nirgendwo auf der Welt einen echten Rechtsstaat, eine echte Demokratie mit islami-schem Hintergrund. Wir finden auch keine Wissensgesellschaft mit islamischem Hintergrund, keine bedeutenden Universitäten, keine bedeutenden akademischen Leistungen, keine bedeutenden industriellen Leistungen, keine bedeutenden wirtschaftlichen Leistungen – abgesehen vom Handel mit fossilen Rohstoffen und der Investition von Öl-Gewinnen in westliche Unternehmen.
Wollen Sie etwa behaupten, der Islam mache dumm?
Die Befreiung des Menschen war historisch immer auch eine Befreiung von der Religion. Unsere Freiheit wurde der Kirche abgerungen. Der Vatikan hat sich heute mit Demokratie und Rechtsstaat arrangiert. Dem Islam fehlt diese Befreiung. Koran und Scharia lassen keinen Raum für den selbstverantwortlichen Bürger, für gesellschaftliche Kreativität, für ein Engagement ausserhalb der Glaubenswelt. In der deutschen Tageszeitung «Die Welt» forderte der grosse Essayist Wolf Lepenies vor einer Woche «eine protestantische Ethik für Muslime». Das heisst Leistungs-Ethik, Verantwortungs-Ethik, Freiheits-Ethik. Die gönnt ihnen ihre Glaubenslehre nicht.
Muslime sind also Opfer ihrer Religion?
Die Religion erstickt die Intelligenz der Gläubigen, ihren Wunsch nach Aufbruch in eine moderne Welt. Und sie erstickt den Lernwillen von Jugendlichen, wie wir an Schulen überall in Europa sehen. Kein Muslim ist dümmer als ein Christ oder ein Jude. Aber der Islam bedeutet eine religiöse Behinderung. Wenn ich ihn kritisiere, kritisiere ich ihn aus Solidarität mit diesen Menschen.
Sehen Sie: Der Islam nimmt jeden einzelnen seiner Anhänger total in Beschlag. Genauso total nimmt er die Gesellschaft in Beschlag. Das heisst, er herrscht über seine Gläubigen, indem er ihnen keine Individualität ausserhalb der Glaubensgemeinschaft erlaubt. Und er herrscht über die Gesellschaft, indem er keine rechtsstaatlichen oder demokratischen Strukturen ausserhalb von Koran und Scharia erlaubt.
Das gilt doch nicht für alle Länder der islamischen Welt!
Mir geht es um die kulturellen Auswirkungen dieser Religion. Die ist überall fatal. Aber im Einzelnen haben Sie recht. Es gibt tatsächlich säkulare Staaten mit islamischem Hintergrund: Diktaturen wie Syrien, oder Halb-Demokratien wie die Türkei. Und es gibt natürlich viele säkulare Muslime, gerade bei uns in der Schweiz und im übrigen Europa, verantwortungsbewusste Bürger muslimischen Glaubens, die sich für Rechtsstaat und Demokratie engagieren. Die werden Islam-Kritikern gern als Gegenbeispiel vorgehalten...
...Islamkritikern wie Ihnen!
Ich zähle mich zu den Religionskritikern. Meine Kritik richtet sich sowohl gegen die rückwärtsgewandte katholische Kirche unter Benedikt XVI. in Rom wie gegen die reaktionären Evangelikalen, vor allem in den USA.
Aber in dieser Schärfe, in dieser Härte kritisieren Sie nur den Islam!
Er ist auch eine besonders harte Religion. Und eine unzeitgemässe. Es fehlt ihm die Reformation, es fehlt ihm die Aufklärung, es fehlt ihm die Anpassung an die Moderne. Darum finden wir nirgendwo auf der Welt einen echten Rechtsstaat, eine echte Demokratie mit islami-schem Hintergrund. Wir finden auch keine Wissensgesellschaft mit islamischem Hintergrund, keine bedeutenden Universitäten, keine bedeutenden akademischen Leistungen, keine bedeutenden industriellen Leistungen, keine bedeutenden wirtschaftlichen Leistungen – abgesehen vom Handel mit fossilen Rohstoffen und der Investition von Öl-Gewinnen in westliche Unternehmen.
Wollen Sie etwa behaupten, der Islam mache dumm?
Die Befreiung des Menschen war historisch immer auch eine Befreiung von der Religion. Unsere Freiheit wurde der Kirche abgerungen. Der Vatikan hat sich heute mit Demokratie und Rechtsstaat arrangiert. Dem Islam fehlt diese Befreiung. Koran und Scharia lassen keinen Raum für den selbstverantwortlichen Bürger, für gesellschaftliche Kreativität, für ein Engagement ausserhalb der Glaubenswelt. In der deutschen Tageszeitung «Die Welt» forderte der grosse Essayist Wolf Lepenies vor einer Woche «eine protestantische Ethik für Muslime». Das heisst Leistungs-Ethik, Verantwortungs-Ethik, Freiheits-Ethik. Die gönnt ihnen ihre Glaubenslehre nicht.
Muslime sind also Opfer ihrer Religion?
Die Religion erstickt die Intelligenz der Gläubigen, ihren Wunsch nach Aufbruch in eine moderne Welt. Und sie erstickt den Lernwillen von Jugendlichen, wie wir an Schulen überall in Europa sehen. Kein Muslim ist dümmer als ein Christ oder ein Jude. Aber der Islam bedeutet eine religiöse Behinderung. Wenn ich ihn kritisiere, kritisiere ich ihn aus Solidarität mit diesen Menschen.
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Marc Walder, 44 (l.), ist Geschäftsführer von Ringier Schweiz.
Frank A. Meyer, 65, arbeitet als Journalist im Hause Ringier.
Auf einen Espresso
Das sagen Blick.ch-Leser
- Kaufmann Brian, Zürich - 13:57 | 01.11.2009
- » Nein, Länder mit islamischen Hintergrund haben nichts. Überhaupt nicht. Abu Dhabi, Dubai und Konsorte sind wohl nur per Zufall die reichsten Gegenden der Erde. Die modernsten Hochhäuser stehen dort. Alles was das Herz begehrt, alles. Und Hätten die kei Rohöl. Womit würde Ihr Auto fahren Herr Meyer? Oder womit würden Sie den Heizen? Man merkt schon, Sie tun alles dafür, im Mittelpunkt zu stehen.
- Shi Bi De, Rorschach - 10:39 | 01.11.2009
- » Jede Religion macht dumm. Dann, wenn der Gläubige nicht mehr selber denkt sondern nur noch tut, was ihm seine Geistlichen "befehlen". Das ist im Christentum nicht Anders als im Islam. Und alles was einem Menschen wie ein Mantra immer wieder vorgekaut wird, führt dazu, dass der Gläubige das Gefühl bekommt, dass dies die absolute Wahrheit ist. Dieses "Naturgesetz" wird von jeder Religion ausgenutzt, nicht nur vom Islam. Die Menschen werden im Namen Gottes manipuliert, für eigene Zwecke.
- Gianni Dal Pont, Zürich - 10:31 | 01.11.2009
- » Sehr geehrter Hr. Frank A. Meyer, es ist das erste mal, wo ich mit İhnen einer Meinung bin. İch selber bin mit einer Muslimin verheiratet, die vor dem İslam warnt. Bestes Beispiel dafür ist die Türkei, die unter Erdogan den vorgestrebten Weg nach Europa verlassen hat und sich mehr und mehr den Östlichen Nachbar zuwendet, weil Er selber gemerkt hat, als Schüler von Erbakan, dass diese Kulturen sich nicht verbinden lassen.
- Eva Hummel, Glarus - 10:14 | 01.11.2009
- » Vielen Dank an Frank A. Meyer für seine unerschrockene, treffende Analyse. Er versteht es, wichtige Sachverhalte in Zusammenhang mit dem Islam in verständlicher Art auf den Punkt zu bringen. Das bringt die dringend notwendige Diskusion voran. Es ist eine der positiven Seite des Alters, unabhängiger und freier in seinen Meinungsäusserungen zu sein.
- Heinz R. Staub, Watt - 09:56 | 01.11.2009
- » Wollen Sie ernsthaft darüber diskutieren, ob 2 2 = 4 richtig ist? Frank A. Meyers Meinung IST richtig.
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