Fall Amri Berlin untersucht Terror-Pannen

Nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag in Berlin: Der deutsche Justizminister Heiko Maas hat einen Bericht über die Fehler im Fall des Attentäters Amri angekündigt.

Nach Berlin-Anschlag: Behörden geben Fehler im Umgang mit Terror zu play
Der deutsche Justizminister Heiko Maas gibt Fehler der Behörden zu. Keystone

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Keinen einzigen Passagier befördert Uber-Heli floppt am WEF
2 Wegen eines Zuges Serbien und Kosovo gehen aufeinander los
3 Schweizer Mädchen Que (6) und Mutter wieder vereint Jetzt spricht...

News

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

Der deutsche Justizminister Heiko Maas hat Fehler im Umgang der Behörden mit dem Weihnachtsmarkt-Attentäter von Berlin, Anis Amri, eingeräumt. Er kündigte einen Bericht an.

«Es kann sich nach dem, was da geschehen ist und nach dem, was man mittlerweile weiss, niemand hinsetzen und sagen, es sind keine Fehler gemacht worden», sagte Maas am Donnerstag in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner«. Warum die Tat nicht verhindert werden konnte, obwohl Amri den Behörden bis hin zum Terrorabwehrzentrum bekannt war, werde aufgearbeitet.

»Es wird in den nächsten Tagen einen Bericht aller beteiligten Behörden geben, in dem sehr exakt noch einmal dargestellt wird, wer hat wann was gemacht und was entschieden«, kündigte der Minister an.

Maas verteidigte die von ihm und Innenminister Thomas de Maizière vorgeschlagenen Verschärfungen im Umgang mit Terrorverdächtigen. Nach dem Anschlag in Berlin sei es notwendig gewesen zu schauen, «ob es gesetzliche Grundlagen gibt, die Behörden auch daran gehindert haben, etwas zu tun». So gebe es bislang «keinen eigenen Haftgrund für Gefährder«. Das werde jetzt geändert.

Nach Observierung untergetaucht

Dauernd nach Gesetzesverschärfungen zu rufen sei ebenso falsch wie diese von vornherein auszuschliessen, sagte Maas. Gefunden werden müsse «eine vernünftige Mitte».

Amri soll in der salafistischen Szene in Nordrhein-Westfalen eng vernetzt gewesen sein. Der Tunesier war von den Behörden als islamistischer Gefährder eingestuft und in Berlin monatelang durch die Polizei überwacht worden. Nach Beendigung der Observierung konnte er mehrere Wochen vor dem Attentat untertauchen.

Abschiebung gescheitert

In Deutschland war Amri unter mindestens 14 falschen Namen aufgetreten, sein Fall war allein siebenmal Thema im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum (GTAZ) von Bund und Ländern in Berlin. Konkrete Anschlagspläne konnten die Sicherheitsbehörden ihm jedoch nicht nachweisen. Zudem scheiterte die Abschiebung des abgelehnten Asylbewerbers Amri an fehlenden tunesischen Papieren.

Bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche waren am 19. Dezember zwölf Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Amri soll einen zuvor gekaperten Lastwagen in Besucher des Weihnachtsmarkts gesteuert haben. Der Tunesier wurde nach mehrtägiger Flucht am 23. Dezember bei einer Polizeikontrolle in Italien erschossen. (SDA)

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert um 16:02 Uhr
teilen
teilen
0 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

6 Kommentare
  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    13.01.2017
    Wehe es wagt jemand die Souveränität der einzelnen Bundesländer anzutasten. Im Grundgesetz steht zwar das Bundesrecht das Landesrecht bricht aber Gesetze welche die Länderhoheit betreffen müssen vom Bundesrat, der Länderkammer, bewilligt werden. Das generiert seit 1949 sehr oft Widerstand über alle Parteigrenzen hinweg. Diese zum Teil absurde Obstruktion setzt sich auf Behördenebene fort.
  • Peter  Siegenthaler aus Male
    13.01.2017
    Ich kann nicht verstehen wieso ein Abgewiesener nicht in Abschiebungs Haft genommen wird, bei dem sogar wussten sie dass er unter 14 falschen Namen aufgetreten ist und 7 mal von der GTAZ verhandelt wurde. Es muss immer erst was schlimmes geschehen bis die Politik und Behörden sich bewegen, und bevor taten folgen versuchen sie zuerst die Schuld von sich zu weisen, da ja keiner Verantwortlich ist.
    • Gian  Zender , via Facebook 13.01.2017
      Dem sagt man eben Täterschutz. Langsam Zeit, dass hier ein Umdenken stattfindet.
    • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
      13.01.2017
      Da verstrickt man sich in unendlich langen Diskussionen über Verfahrensfragen und juristischen Spitzfindigkeiten. Das ist so eine typisch deutsche Eigenart (ich darf das sagen, ich bin Deutscher). Sobald sich jemand auch nur im geringsten durch Behörde oder Amtshandlungen benachteiligt sieht klagt er sich durch alle Instanzen und wenn es nur um den Wert von 5 Euro geht. Dieses Alltagsverhalten finden Sie daher auch in allen Behörden: Recht haben um des Recht habens willen.
  • Max   Meier 13.01.2017
    Wir sind die besten wen es darum geht etwas zu untersuchen - und die schlechtesten, wenn es GEMACHT werden muss!
  • Lorenz   Müller 13.01.2017
    Zuerst haben sich die deutschen Behörden über allen Klee gelobt, jetzt müssen sie kleinlaut zugeben, dass sie offensichtlich nicht viel im Griff haben. Fehler können passieren, keine Frage, aber was mich erstaunt ist, dass solche bekannten Kriminellen nicht SOFORT in Ausschaffungshaft genommen werden. Wenn andere Länder für die Ausstellung von Papieren Monate brauchen, dann sitzt er halt Monate! Aber das abgewiesene Asylbewerber herumspazieren oder gar untertauchen können, ist ein Skandal!
Sie haben noch 500 Zeichen übrig.