Mars-Sonde sendet kein Signal Ist «Schiaparelli» auf den Planeten gestürzt?

DARMSTADT (D) - Raumfahrt-Krimi auf dem Mars: Mars-Sonde «Schiaparelli» ist auf zwar dem Mars gelandet, kann aber nicht kommunizieren. Unklar ist immer noch, ob die Sonde beim Manöver beschädigt wurde.

Wissenschaftler suchen Spuren von Leben auf dem Mars

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ihre Twitter-Nachrichten aus Aleppo berühren die Welt Bana (7) ist «in...
2 Nach mysteriöser neunmonatiger Absenz Kims Frau aus der Versenkung geholt
3 Helikopter-Absturz in Brasilien Braut stirbt auf dem Weg zum Altar

News

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

Das europäisch-russische Mars-Landemodul «Schiaparelli» ist offenbar gut durch die Atmosphäre gekommen, sendet aber weiterhin keine Signale von der Oberfläche des Roten Planeten. Die Atmosphärensonde TGO hingegen ist voll funktionsfähig.

Die Experten der europäische Raumfahrtagentur ESA betonten, dass das Manöver der Sonde TGO ein voller Erfolg war und die wissenschaftliche Mission von ExoMars damit gesichert sei. TGO hat zudem Sensordaten des Landemoduls Schiaparelli während dessen Abstiegs aufgefangen. Der Lander hörte jedoch rund 50 Sekunden vor dem berechneten Aufsetzen auf zu senden.

Unklar, was passiert ist

Die Datenanalyse brauche Zeit, um herauszufinden, was genau passiert sei, hiess es an einer Medienkonferenz der ESA am Donnerstagmorgen. Die meisten Schritte des Abbremsmanövers nach dem Eintritt in die Atmosphäre haben gemäss der ersten Auswertung der von TGO aufgefangenen Daten funktioniert.

Über die letzten Schritte, nachdem sich Schiaparelli von seinem Fallschirm gelöst hat, also über das Abbremsen mit Triebwerken und das tatsächliche Aufsetzen, fehlen jedoch die Informationen.

Im freien Fall auf den Mars gestürzt?

Es scheine, dass die Triebwerke kürzer aktiv gewesen sein könnten als geplant, deuteten die ESA-Experten an. Das Landemodul könnte also von grösserer Höhe in freiem Fall auf die Planetenoberfläche gestürzt sein als vorgesehen. Dies ist bisher jedoch nicht durch Daten bestätigt.

Auch die Satelliten «Mars Express» und «MRO» konnten von der Atmosphäre aus keine Signale von Schiaparelli nach dem Aufsetzen auffangen. Über die Wahrscheinlichkeit, dass das Landemodul noch intakt sei, seien derzeit keine Aussagen möglich, hiess es an der Medienkonferenz.

Man werde weiter versuchen, Kontakt mit Schiaparelli aufzunehmen. Das Zeitfenster dafür ist jedoch aufgrund der begrenzten Energieversorgung des Landers auf nur wenige Tage beschränkt.

Wichtige Daten gesammelt

Das Landemodul ist ein Test für die Landung eines Rovers voraussichtlich im Jahr 2020. Man habe dennoch eine Menge wichtiger Daten während des Landemanövers sammeln können.

Die Hauptsache sei, dass der TGO in der Umlaufbahn angekommen und voll funktionsfähig sei. Die wissenschaftliche Mission sei damit gesichert. TGO soll in der Atmosphäre nach Spurengasen suchen, die Hinweise auf vergangenes oder aktuelles Leben auf dem Mars liefern könnten.

An Bord befindet sich auch die an der Universität Bern entwickelte Stereokamera «CaSSIS», die voraussichtlich Ende November aktiviert werden soll, um die Marsoberfläche zu untersuchen. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann gratulierte der ESA per Twitter zur gelungenen Ankunft am Mars. (bau/SDA)

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 24.10.2016
teilen
teilen
0 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

6 Kommentare
  • Paul  Strassmann 20.10.2016
    Seien es friedensstiftende Missionen in der Ukraine oder im nahen Osten, Landemanöver auf Kometen oder wie hier Missionen zum Mars: Die Europäer kriegen das einfach nicht hin. So wie es ausschaut werden wir noch auf Generationen hinaus auf die Amerikaner angewiesen sein. Und für alle Amerika-Basher und diejenigen, die hier Daumen runter drücken: Salbungsvolle Reden schwingen, hehre Pläne schmieden oder was weiss ich. Das hat viel mit Träumen, aber wenig mit Realpolitik zu tun.
  • Marco  Goby 20.10.2016
    Da frage ich mich, ob eine bemannte Mars-Misson momentan wirklich sinnvoll ist, wenn man aktuell schon die Signale einer unbemannten Sonde bei der Landung verliert!
  • Ronald  Schmid aus Miami
    20.10.2016
    Der total tote Mars. Unser Sonnesystem ist viel zu klein. Das ausserirdische Leben ist wahrscheinlich mehrere Generationen von menschlichen Lebenszeit in Lichtjahren von uns entfernt. Solange wir nicht weit ueber die Lichtgeschwindigkeit kommunizieren koennen geht gar nichts.
    • Kopf  Bubi aus Bern
      20.10.2016
      Sehe ich auch so...wir schauen noch nicht mal knapp bis zum Tellerrand...und alles darüber hinaus, liegt im Unendlichen.
    • Beat  Küng aus Bellinzona
      20.10.2016
      Wir können ja nicht mal mehr von Angesicht zu Angesicht diskutieren. Es wäre aber trotzdem nützlich, wenn wir unsere Politiker mal voraus schicken könnten, auf den Mars.
    • Roland  Wyler 20.10.2016
      Hallo Schmid, über Lichtgeschwindigkeit geht nicht, Du hast bei Einstein nicht aufgepasst. Nur verschränkte Elektronen kommunizieren gleichzeitig und unabhängig von der Distanz. Also über c geht mit uns Menschen gar nichts. Also Mensch, sei etwas weniger Arrogant und fliege vorerst nur bis zu Mars. Eine tolles Reise und Forschungsziel. Als Gewinn aus dieser Aufgabe, kommunizieren wir dann gedanklich via Handy, heisst Gedankenlesen wir salonfähig. Pass auf was Du denkst, denn NSA liest das sofort