Schock für Rentner: Erhalten sie die Grippe-Impfung zuletzt?

  • Publiziert: 17.07.2009, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Matthias Pfander

BERN – Noch bevor der Impfstoff gegen die Schweinegrippe fertig ist, geht das grosse Gerangel um die Dosen los. Rentner haben schlechte Karten.

Die Pharmahersteller arbeiten mit Hochdruck am neuen Impfstoff gegen die Schweinegrippe: An vorderster Front auch der Schweizer Multi Novartis.

Klar ist: Die Kapazitäten reichen nicht aus, um auf einen Schlag die ganze Welt zu versorgen. Auch wenn die Produktion auf Hochtouren läuft.

Es stellt sich die Frage: Wer steht für die Impfung in der ersten Reihe? Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, zuerst medizinisches Personal und Angehörige wichtiger öffentlicher Dienste wie Polizei oder Feuerwehr zu impfen. Erst danach folgt das Fussvolk.

Schweizer Impfplan Anfang August

Pech für Rentner: Sie haben unter den gewöhnlichen Bürgern die schlechtesten Karten, rasch bei der Impfung berücksichtigt zu werden. Denn man hat beobachtet, dass sich ältere Menschen weniger schnell anstecken als Junge.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigt, dass solche Überlegungen in den Impfplan einbezogen werden. Wie der Plan genau aussieht, will das Amt Anfang August bekanntgeben.

Noch länger wird es dauern, bis der Impfstoff vorliegt. Zuerst hiess es, im Herbst sei es soweit. Mittlerweile gibt es Stimmen, die sagen, es werde Ende Jahr.

2 Millionen Kranke im September?

Gestern meldete das BAG, dass in der Schweiz 205 Ansteckungen bekannt sind, Stand 16.00 Uhr. Und 91 weitere Fälle sind noch in Abklärung.

Doch bereits im September könnte die Zahl der Erkrankten in der Schweiz laut Hochrechnungen auf 2 Millionen hochschnellen. Dieses Szenario schilderte BAG-Mann Daniel Koch in einem Interview mit dem «Bund». Sprich: 2 Millionen Kranke und noch kein Impfstoff.

Die Schweiz hat 13 Millionen Dosen des Impfstoffs bestellt. Das würde also ausreichen, um fast die ganze Bevölkerung zweimal durchzuimpfen. Zwei Impfungen pro Person sind nötig, um den maximalen Schutz zu erzielen.

Doch bei einer solchen Anzahl Dosen , liegt es mehr oder weniger auf der Hand, dass in der Schweiz nicht die ganze Menge auf einmal angeliefert wird.

Zum Glück noch kein Todesfall

Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, versucht das BAG die Leute zu sensibilisieren. Mit Empfehlungen wie regelmässig die Hände gründlich waschen. Bei Krankheitsverdacht oder wenn die Grippe schon ausgebrochen ist, zu Hause bleiben. Mindestens bis zu einem Tag nach Abklingen der Symptome. Und sich mit einem Arzt in Verbindung setzen.

Weltweit liegt die Zahl der Ansteckungen aktuell bei 95000. Über 400 Menschen sind bereits an der Grippe gestorben. Einen Todesfall in der Schweiz gab es bislang zum Glück noch nicht. (SDA)

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