Sparminister Leuenberger So will er uns zum Energieglück zwingen

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • VON GEORGES WÜTHRICH

BERN – Jetzt macht er ernst: Energieminister Moritz Leuenberger (60) wird definitiv zum knallharten Energiesparminister. Mit 26 Massnahmen will er den Energieverbrauch in den nächsten 20 Jahren um mindestens einen Drittel senken.Der Energiesparminister schickt seine Pläne in die sogenannte Ämterkonsultation in die Departemente. Das ist das normale Verfahren, bevor sich der Gesamtbundesrat über die brisanten Vorschläge beugt.Die Zeit der Freiwilligkeit ist abgelaufen: «Dreckige» Autos verteuern, Glühlampenverbot, CO2-Abgabe auf Benzin, das sind nur einige der heissen Massnahmen.Bundesrat Moritz Leuenberger ist überzeugt: «Wenn alle bewilligt werden, braucht es kein zusätzliches Atomkraftwerk, um die drohende Stromlücke zu füllen.»Auch der Kelch mit Gaskombikraftwerken würde an uns vorbeiziehen. BLICK stellt die zehn wichtigsten Massnahmen vor. ZIEL KOSTEN REALISIERUNG WIRKUNG AKZEPTANZ 100'000 neue Solardächer bis 2035 20 Millionen pro Jahr aus CO2-Abgabe oder Mehrwertsteuer auf Energie Gesetzesvorlage bis Ende 2008 gross umstritten wegen Finanzierung Erneuerung des Gebäude-bestandes bis 2020 mit energiesparenden Standards 215 Millionen pro Jahr aus CO2-Abgabe Gesetzesvorlage bis Ende 2008 gross hat Chancen wegen Investitionsspritze für Bauwirtschaft CO2-Abgabe auf Benzin frühestens ab 2009 15 bis 50 Rappen pro Liter Treibstoff (wird grösstenteils zurückerstattet) Revision des CO2-Gesetzes gross die umstrittenste Massnahme Bonus-Malus-System auf der Importsteuer für Autos 3000 bis 4000 Franken weniger Importsteuern für saubere Autos, entsprechend mehr für «Dreckschleudern» Gesetzesvorlage bis Ende 2008 mittel mittel Verbrauchsabhängige kantonale Motorfahr-zeugsteuern kostenneutrales Bonus-Malus-System sofort, Empfehlung an die Kantone relativ gering hoch Nur noch Haushaltgeräte mit dem besten Spareffekt am 2012 Einführungskosten im Rahmen des Budgets Energie Schweiz bundesrätliche Verordnung bis Mitte 2008 gross hoch Automatische Standby-Abschaltung in elektronischen Geräten Einführungskosten im Rahmen des Budgets Energie Schweiz bundesrätliche Verordnung bis Mitte 2008 gross hoch Glühlampen-Verbot bis 2012, nur noch Energiesparlampen zugelassen keine bundesrätliche Verordnung bis Mitte 2008 gross wird noch zu reden geben Förderung von energie-effizienten Pilotanlagen Aufstockung des Budgets Energie Schweiz um 5 Millionen Franken Budgetaufstockung durch Parlament – sofort mittel mittel Sparanstrengungen beim bund bei der Beschaffung von Geräten, Fahrzeugen und beim Stromverbrauch Mehrkosten (Gebäude, Ökostrom etc.) werden durch Einsparungen kompensiert sofort mittel in der Bevölkerung sehr hoch

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