Können wir uns mit Sparlampen ein AKW schenken?

  • Publiziert: 26.02.2007, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Katia Murmann

ZÜRICH – 50 Millionen Lampen kaufen die Schweizer jedes Jahr. Doch leider sind es nur in den wenigsten Fällen die richtigen.

Denn nur zwei Prozent davon sind Energiesparlampen. Die restlichen 98 Prozent sind Glüh- und Halogenlampen. Und das ist das Problem.

Die herkömmlichen Glühlampen – unsere klassischen «Glühbirnen» – fressen Strom. Den grössten Teil der Energie, die sie verbrauchen, setzen sie in Wärme um – dabei sollten sie doch Licht spenden. Anders die Energiesparlampe: Sie setzt die meiste Energie in Licht um – und verbraucht nur einen Fünftel so viel Strom wie eine Glühbirne.

«95 Prozent der Energie bei Glühbirnen gehen einfach verloren», sagt Felix Meier vom WWF. «Es gibt kaum ein anderes Produkt, das so ineffizient ist.»

Das haben Politiker in Australien erkannt. Und die Glühlampe kurzerhand verboten. Die EU will diesem Beispiel folgen.

Felix Meier fordert: «Auch in der Schweiz muss die Politik Glühbirnen verbieten. Wenn nur noch Energiesparlampen eingesetzt würden, könnte man die Strommenge des AKW Mühleberg sparen – und die leidigen Diskussionen um neue AKWs oder Gaskraftwerke wären überflüssig.»

Das Bundesamt für Energie will jetzt schnell handeln. Zwar nicht gleich mit einem Glühbirnen-Verbot. Doch bereits Anfang 2008 könnten die grössten Stromfresser vom Markt genommen werden. Betroffen wären Glühbirnen der Klassen F und G. Sie sind besonders ineffizient.

Und das Bundesamt geht noch weiter: «Langfristig ist alles denkbar, was die Energieeffizienz steigert – auch ein Verbot von Glühbirnen», sagt Sprecherin Monika Zünd. Sie rät zum Kauf von Energiesparlampen: «Sie sind zwar etwas teurer, aber sie halten acht- bis zehnmal länger als Glühbirnen und sparen viel Strom und Geld.»

Dank neuer Entwicklungen können Energiesparlampen heute qualitativ locker mit Glühbirnen mithalten: Sie springen sofort an, strahlen genauso schön und können sogar gedimmt werden. «Es gibt praktisch keinen Unterschied mehr», versichert WWF-Mann Meier.

Ausser einem: Glühbirnen fressen Strom – und Energiesparlampen machen Atomkraftwerke überflüssig.

Herkömmliche Glühbirne Energiesparlampe
Energieklasse E, F A, B
Leistung 75 Watt 15 Watt
Lebensdauer 1000 Stunden 12000 Stunden
Anschaffungskosten 12 x 2.00 Franken 7.90 bis 12 Franken
Stromkosten 180 Franken 36 Franken
Gesamtkosten 204 Franken max. 48 Franken
play Energiesparlampe Setzt die meiste Energie in Licht um. Verbraucht nur einen Fünftel so viel Strom wie eine Glühbirne.

Normale Glühbirne Setzt die meiste Energie in Wärme statt in Licht um. Verbraucht 5-mal mehr Strom als eine Energiesparlampe. (Keystone)

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