Ins Kino – mit der Sonne!

  • Publiziert: 09.07.2008, Aktualisiert: 02.01.2012
play Solarenergie lässt sch auch mit einfachen Mitteln nutzen: mit dem Sonnensegel von Christof Seiler und Reto Schmid. (Solar Agentur Schweiz)

ZÜRICH – Warmwasser, Heizung, Strom: Überall kommt heute die Sonnenenergie zum Einsatz. Und jetzt auch im Kino. Das zeigen die diesjährigen Solarpreise.

Wenn die Erfinder, Christof Seiler und Reto Schmid, ihr Solarkino aufbauen, dann kommen sie mit dem Velo. Plus Anhänger. Das «cinéma solaire» umfasst eine Leinwand, ein Sonnensegel mit zusammenfaltbaren Solarzellen aus Siliziumfolie, einen Filmprojektor, ein paar Kabel und eine Lichtspeicherkiste.

Die schwarze Box ist das Herzstück des Kinos, darin wird das Licht eingefangen: als Gleichstrom, der von den sonnengetränkten Kollektoren herfliessend die Batterien in der Kiste auflädt.

Die gezeigten Filme sind Zeitdokumente deren Themen jedoch noch aktuell sind. Streifen im heute nicht mehr verwendeten 16-Millimeter-Format. Im letzten Jahr wurde die Erfindung in Biel eingeführt. 2008 sind schon Vorführungen in Winterthur, Zürich und in Basel vereinbart.

Dieses Projekt ist eine Technik für Orte, wo es Sonne gibt, aber keine Steckdosen. Die Kosten betragen rund 27000 Franken für eine komplette Anlage. Mit Veloanhänger.

Eine bescheidene Anlage, dieses Solarkino. Wie vielfältig die Solarenergie heute ist, zeigen die Preisträger 2008. Das erklärt Gallus Cadonau, Geschäftsführer der Solar Agentur Schweiz, gegenüber «Blick.ch». Projekte in Ein- und Mehrfamilienhäusern, in Gewerbeliegenschaften und öffentlichen Bauten beweisen: Mit der Sonne lässt sich gut sparen. (snx)

Die Preisträger 2008

Die Schweizer Solarpreise werden in verschiedenen Kategorien vergeben: Persönlichkeiten, Institutionen, Gebäude, Energieanlagen für erneuerbare Energien. Die Preisträger: John Alexander Sutin, Genf; Ruedi Zai, dipl. Arch. ETH, Zug; Reto Schmid/Christof Seiler, Verein Cinéma Solaire, Biel; Mehrfamilienhaus Parkstrasse 5, Staufen AG; Riehen BL; thermische Solaranlage: Wohnatelier Urs Graf, Ermatingen TG; Photovoltaik: Solaranlage SES, Chemin du champ-des-filles 36, Plan-les-Ouates GE; Sportanlage Juchhof, 8048 Zürich; Solarschindeln, Pilotanlage Lauper 1, 3145 Gasel BE.

Hoher Ölpreis: na und?

Seit 1991 organisiert die Solar Agentur Schweiz den Solarpreis. Die Preisträger 2008 zeigen, wie energie-effizientes Bauen unser Klima schont und Arbeitsplätze im Inland schafft: Die energie-effizienten Bauten benötigen einen 70-90 Prozent niedrigeren Energiebedarf als die bis 1990 erstellten Bauten. Immer mehr Bauten erzeugen den gesamten Energiebedarf am Gebäude selbst und speisen den Solarstrom-Überschuss ins öffentliche Netz ein. «Die Solarpreisbauten 2008 sind resistent gegen alle Erdölpreiserhöhungen», freut sich Gallus Cadonau. (snx)

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