Hilfe: Wer zahlt beim GAU?

  • Publiziert: 20.11.2007, Aktualisiert: 09.01.2012

BERN – Eigentlich soll er gar nie passieren, der GAU, der Grösste Anzunehmende Unfall eines AKW. Und was, wenn doch? Wer zahlt?

«Stopp Atom» schlägt Alarm: Die Schweizer Atomindustrie habe ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Bei einem Unfall haften die Betreiber von Atomkraftwerken (AKW) nämlich nur für einen Bruchteil des potenziellen Schadens.

Zurzeit müssen AKW-Betreiber Schäden nur bis zu 1 Milliarde Franken bezahlen. Das sei nur ein Tropfen auf den heissen Reaktor, kritisiert «Stopp Atom». Denn: Passiert doch etwas Grosses, könnte die Schadenssumme ohne weiteres auf 4300 Milliarden Franken springen, sagte Leo Scherer von Greenpeace Schweiz.

Wer müsste das zahlen? Zu 99 Prozent Staat und Steuerzahler!

So gehts weiter: Die Allianz will die Betreiber verpflichten, mit eigenen Schadenfonds für volle Deckung zu sorgen, wenn dies nicht vom Privatversicherungsmarkt garantiert werden kann.

Die Revision des Kernenergiehaftpflichtgesetzes ist im Ständerat in der kommenden Wintersession traktandiert. Die vorberatende Umweltkommission hat die vorgeschlagene Erhöhung der Versicherungspflicht von einer auf 1,8 Milliarden Franken gutgeheissen und eine weitere Erhöhung abgelehnt. «Stopp Atom» stuft aber auch diesen Betrag als zu tief ein. (SDA/AP/snx)

Die drei Atom-Lücken

Die Ende August gegründete Organisation engagiert sich gegen die Atomenergie. Ihr Hauptziel ist es, den Bau neuer Atomkraftwerke in der Schweiz zu verhindern und die Gewinnung atomarer Energie zu stoppen. Mitglied sind unter anderem Greenpeace Schweiz, die Schweizerische Energie-Stiftung, der WWF Schweiz, PSR/IPPNW Schweiz, Sortir du nucléaire und die JUSO. Bei diesen Organsiationen herrscht die Doktrin der drei Atom-Lücken: Entsorgungslücke: Ein Endlager fehlt noch immer. Rohstofflücke: Uran ist nur sehr begrenzt vorhanden. Versicherungslücke: Defizit bei Schadensdeckung. (snx)

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