Atel will neues KKW

  • Publiziert: 10.06.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

OLTEN SO – Die Atel Holding AG will zwischen Olten und Aarau ein neues Kernkraftwerk bauen. Sie hat beim Bundesamt für Energie ein Rahmenbewilligungsgesuch deponiert.

Mit dem Projekt will Atel gemäss einer Medienmitteilung «einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung der Schweizer Stromversorgung leisten». Über das Rahmenbewilligungsgesuch kann in letzter Instanz das Volk entscheiden.

Der Standort Solothurner Niederamt sei aus technischer Sicht, insbesondere bezüglich Platzverhältnisse, Netzanbindung und Kühlung sehr gut geeignet, schreibt die Atel Holding. Sie könne im Niederamt auf eine jahrzehntelange, positive Zusammenarbeit mit Behörden und Bevölkerung zurückblicken.

Die letzten Volksabstimmungen hätten gezeigt, dass die Bevölkerung des Kantons Solothurn der Kernenergie gegenüber aufgeschlossen sei. So habe das Kantonsparlament den Solothurner Regierungsrat am 30. Oktober 2007 beauftragt, «sich für den raschen Bau eines Kernkraftwerks im Niederamt einzusetzen».
(SDA)

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Versorgungsengpass

Der Bau eines neuen KKW erfordert eine breite Trägerschaft. Atel will deshalb weitere Partner für das Projekt gewinnen. Sie steht im Gespräch mit verschiedenen Interessenten, besonders auch mit den Betreibern der Schweizer Kernkraftwerke.

Die Verhandlungen über mögliche Beteiligungen stünden nicht unter Zeitdruck, schreibt Atel. Sie wolle das Neubauprojekt deshalb weiter entwickeln, bis die definitive Partnerstruktur feststehe.

Hintergrund sei der sich abzeichnende Versorgungsengpass. Dieser entstehe, weil der Stromverbrauch steige und das Stromangebot wegen der Ausserbetriebnahme der älteren Kernkraftwerke und dem Auslaufen von Langzeitimportverträgen sinken werde.

Stromimporte seien wegen der Knappheit in ganz Europa nicht im grossen Stil möglich. Und das Potenzial der neuen erneuerbaren Energien werde trotz massiven Investitionen erst langfristig voll ausgeschöpft werden. Es sei deshalb unumgänglich, vorerst weiterhin auf die Kernenergie zu setzen.

Atel erinnert daran, dass dies auch der Bundesrat so sieht. In seinem energiepolitischen Grundsatzentscheid vom 21. Februar 2007 erachtet er den Ersatz der bestehenden oder den Neubau von Kernkraftwerken als notwendig.

Die Kernenergie garantiere Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit, schreibt Atel weiter. Sie schone das Klima und sorge für günstigen Strom. Sie sei gut eingebettet im Schweizer Strommix und ergänze die Wasserkraft und die neuen erneuerbaren Energien in idealer Weise.(SDA)

Kommentar

Von Michael Scharenberg, Redaktor News

Das muss man der Atom-Lobby lassen: So rassig, wie diese auf ein neues KKW zusteuert, das nimmt den einen Gegnern den Wind aus den Segeln, und den anderen steht sie damit gewaltig vor der Sonne.

Auch dies muss gesagt werden: In ihrem neusten Energie-Bericht kommt die Internationale Energie-Agentur zum Schluss: Ohne den Einsatz von Atom-Energie bringen wir die Klima-Erwärmung nicht unter Kontrolle.

Doch gegen die Atom-Energie steht ein dreifaches Aber:
1. Die Frage eines Endlagers ist immer noch nicht gelöst. Da ist es unanständig, bereits neuen Strahlenmüll produzieren zu wollen!
2. Der Schaden bei einem GAU wäre so gewaltig, dass keine Versicherung das voll abdeckt. Ein neues KKW ist daher verantwortungslos!
3. Der Rohstoff für KKW, Uran, ist begrenzt. Da ist es kurzsichtig, hierin die Zukunft zu sehen!

Viel besser ist: Sparen! Energie effizienter einsetzen! Neue Energie-Quellen erschliessen!

So gehts: Das Berner Stade de Suisse mit der grössten Solar-Anlage in einem Stadion-Dach weltweit!

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Brauchen wir ein neues KKW?»

  • 75,5% Nein! Wir müssen nur Energie sparen, effizienter einsetzen und neue Energie-Quellen erschliessen.
  • 24,5% Ja. Um die Klima-Erwärmung zu stoppen.