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Vor ein paar Tagen schlug in einer wissenschaftlichen TV-Diskussionsrunde ein Affenforscher vor, den Schimpansen (Pan troglodytes) in die Gattung Homo (Mensch) umzuteilen. Die genetischen Unterschiede zwischen den beiden Lebensformen, argumentierte er, sind so gering, dass sie nach den zur Zeit angewandten Standards als von gleicher Art aufgefasst werden müssten.
Dieser Vorschlag wird indirekt auch von unserer Zeitung unterstützt, nachdem unser Wirtschafts-Redaktor Silvio Bertolami in einem aufsehenerregenden Experiment die Überlegenheit des Schimpansen gegenüber herkömmlichen Anlageberatern bei der Gestaltung krisenfester Portefeuilles nachgewiesen hat.
Nun erreicht uns aber eine noch viel verwirrendere Nachricht aus Südkorea.
Bei einem in Seoul durchgeführten Börsenspiel liess ein Papagei namens Ddalgi acht von zehn Börsenmaklern hinter sich. Aus einer Liste mit 30 Wertpapieren pickte Ddalgi mit sicherem Schnabel ein Paket heraus, das anschliessend eine Performance von 13,7 Prozent erzielte.
Wenn wir als die wesentlichste Eigenschaft des Menschen seine Fähigkeit zur Wertschöpfung aus Kapitalanlagen feststellen, kommen wir nicht umhin, jetzt auch die Zugehörigkeit des Papageis zu den Hominiden zu bedenken. Er wäre allenfalls als Homo boersentippensis in unsere Gattung aufzunehmen.
Es sei denn, wir ziehen es vor, den ohnehin angeschlagenen Börsenmakler aus unserer Gemeinschaft auszuquartieren. Und bringen ihn etwa als Psittacus troglodytes bei den Papageien unter.
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Jürg Ramspeck (BLICK)