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Aus Berlin erreicht uns die Nachricht, dass dort das Kriegsbeil begraben worden sei. Man hat sogar die Friedenspfeife geraucht. Schweizer Parlamentariern, dreien an der Zahl, versicherte Peer Steinbrück, er werde mit der Beschimpfung unseres Landes nicht fortfahren. Wann immer er uns künftig meint, werden seine Worte so gewählt sein, dass sich die Zitierung des deutschen Botschafters ins Bundeshaus erübrigt.
Oberflächlich ist man versucht, hier einen Erfolg schweizerischer Aussenpolitik festzustellen. Es ist gelungen, mässigend auf die Sprache eines deutschen Finanzministers einzuwirken. Aber dafür hat man den beispiellosen inneren Zusammenhalt unserer Bevölkerung geopfert, die sich an den germanischen Verbalinjurien zu eiserner helvetischer Geschlossenheit emporrankte. In der Finanzkrise, in der das unerschütterliche Beieinander im Ring Not tut, kitteten Steinbrücks unhinnehmbare Auslassungen die Stämme. In der unisonen Verurteilung seiner Ausdrucksweise fand Staatsschatzschützer zu Banken-Kritiker, ja Nestbeschmutzer zu Patriot.
Es ist sehr die Frage, ob die Inder, die nun plötzlich ebenfalls ihre Stimme gegen uns erheben, kreativ genug sind, sich an Steinbrücks literarische Vorgaben heranreichende Formulierungen auszudenken.
Aber zum Glück haben wir den Gesundheitsfilz im Bundeshaus. Er wird es schaffen, kostensenkende Massnahmen im Interessengeflecht schadlos aufzufangen. Und uns zu einer Nation vereinigen, die in der gemeinsamen Entrüstung über die hemmungslos steigenden Krankenkassenprämien Kopf an Kopf zusammensteht.