
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Prognostiziert sind zwei Millionen Schweizer, die demnächst infolge Schweinegrippe das Bett hüten. Diejenigen dazugezählt, die gewohnheitsmässig die Grippe nehmen, ohne sie zu haben, fällt jeder Dritte für den Betrieb der Infrastruktur, Wirtschaft und Kultur-Einrichtungen des Landes aus.
Und um noch Schlimmeres zu verhüten, denken die Landeskirchen darüber nach, bis auf weiteres auf die Ausgabe des Abendmahls zu verzichten, da der herumgereichte Kelch natürlich ein hochbrisanter Ansteckungsherd ist.
Anderseits stellt die Schweinegrippe aber eine jener Herausforderungen dar, die mutig anzunehmen wir soeben in zahlreichen Augustreden aufgerufen worden sind. Die Zeitungslektüre des fehlenden Kollegen am Arbeitsplatz werden sich zwei verbleibende Pultnachbarn aufopfernd teilen. Siebner-Teams halten trotzig den Spielplan der Super League aufrecht und sind überdies von Becherwerfern schwerer zu treffen.
In gelichteten Klassen legt jeder Schüler an Lerneifer 50% zu, damit die Wissenssumme nicht absinkt. Und an der Street Parade tragen wir Masken und Handschuhe, wenn nicht vorbildlich die Burka, darunter den Ganzkörperanzug der Berufsschwimmer .
Die Schweinegrippe hat aber auch Vorteile, nicht nur weil sie Sitzplätze in der S-Bahn schafft. Wer Schulden hat, kann sich der Pandemie sogar freiwillig anschliessen und vom bundesrätlich verfügten Rechtsstillstand bei Betreibungsverfahren profitieren.
Nur sterben sollte er an der Schweinegrippe nicht, wenn im Ernstfall das Versammlungsverbot gilt. Ausser er legt keinen Wert auf die Anwesenheit geschockter Gläubiger an seinem Begräbnis.
play
Jürg Ramspeck (BLICK)