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Laut Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat die Zahl gefälschter Produkte, die in Umlauf sind, ein gigantisches Ausmass angenommen, weshalb der Kampf gegen das lügenhafte Angebot verstärkt wird.
Wo wir hinschauen, erblicken wir Sonnenbrillen, die nicht sind, was zu sein sie vorgeben. Wir wähnen uns im Besitz einer Armbanduhr, die in Wirklichkeit bloss ihre tadellos funktionierende Nachahmung ist. Sogar Menschen werden uns als Falsifikate zugemutet. Aber hier hat im Falle der Sendung «Classe politique» das Fernsehen den Schwindel gleich selber aufgedeckt.
Unerkannt haben sich Personen, die wir für Vertreter unserer Landesregierung hielten, in unsere Wohnstuben eingeschlichen und uns eine ungeschminkte Einsicht in ihre exekutive Tagesarbeit vermittelt. Was haben wir gezittert, wenn Samuel Schmid eine Büchse installierte, der zugedacht war, Moritz Leuenberger auf den Kopf zu fallen, sobald dieser das Bundesratszimmer betritt! Was für ein Erschrecken bemächtigte sich unser, wenn Frau Calmy-Rey ihren Einkaufskorb abstellte, über den Hans-Rudolf Merz strauchelnd sein Gleichgewicht verlor! Wie bitter vermissten wir Frau Blochers Interventionen mit dem Kehrbesen, nachdem ein unglücklich vorgeschobener Riegel ihrem Gatten den Zugang zum magistralen Erlebnisraum versperrt hatte!
Und das alles war, wissen wir jetzt, insofern unwahr, als die realen Vorgänge von vermutlich in Hongkong fabrizierten Nachäffungen gezeigt wurden, wenn auch vielleicht besser als von den Originalen. Trotz dieser Enttäuschung bleibt unser gewonnenes Bild vom bundesrätlichen WG-Geschehen selbstverständlich unbeschädigt.