Einblick Gibt es ein Recht auf Lottogewinn?

  • Publiziert: 22.06.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • VON JÜRG RAMSPECK

Um zu Wohlstand zu gelangen, haben die meisten Menschen sich ein Leben lang abzurackern, zumindest fleissig und sparsam zu sein oder selbständig auf eine geniale Idee zu kommen. Daneben gibt es Menschen, denen fällt der Wohlstand freiwillig qua Geburt zu; immer häufiger lesen wir aber auch von solchen, die enormes Glück in der Lotterie haben.

Ein solches Glück ist kürzlich haarscharf an einer Niederländerin vorbeigegangen – einer Frau, die es fahrlässigerweise unterlassen hatte, sich mit sieben Nachbarn an einem Kollektiv-Los zu beteiligen. Die Nachbarn gewannen insgesamt 14 Millionen Euro, sie nichts.

Seither leidet die Frau unter einem Lotterietrauma, zumal einer der 7 Nachbarn seinen nagelneuen Porsche regelmässig provokativ vor seinem Haus zur Schau stellt.

Das Lotterietrauma ist zwar in der medizinischen Fachliteratur bis heute nicht beschrieben, harrt also noch seiner Anerkennung als schwerwiegende psychische Behinderung mit unzumutbaren Auswirkungen auf die Lebensqualität. Nach Ansicht der betroffenen Frau handelt es sich jedoch eindeutig um eine Krankheit, die durch penetrante Verheissungen der Lotteriegesellschaften, insbesondere deren geradezu erpresserische Werbung infektiös verbreitet wird und jeden befallen kann, dem bei der Ziehung der Lottozahlen ein wie auch immer geartetes Pech widerfährt. Weshalb die Frau Klage gegen die für ihren Krankheitsfall verantwortliche Gesellschaft eingereicht hat.

Ein Amsterdamer Gericht hat ihre Klage nunmehr abgewiesen. Wären ja auch keine Zustände auf dem Olymp, wenn Justizia Schwester Fortuna plötzlich ein Auge auskratzt.

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