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Einer Studie zufolge macht Rauchen ab Lebensmitte vergesslich, weshalb in den Apotheken eine Nährstoff-Kombination zur Erhaltung der Gedächtnisleistung angeboten wird. Aber auch ohne Medikamente darf der Raucher auf Heilung von seinem Gedächtnisschwund hoffen, denn wir haben jetzt das iPhone. Wenn mich nicht alles täuscht, übernimmt nunmehr das iPhone die Funktionen, für die bis anhin gelegentlich das Gehirn beansprucht werden musste.
Wie ich das iPhone zu verstehen glaube, ist es das komplette Welt-wissen, das ich immer auf mir trage. Wenn mich jemand fragt: Wie gehts? brauche ich bloss das iPhone zu betätigen, und es sagt es mir. Ich kann das iPhone zum Beispiel einfach auf das Kreuzworträtsel legen, und es ist ausgefüllt. Sollte mich das iPhone irrtümlich verlegt haben, gerate ich keineswegs in Panik. Es findet mich bestimmt wieder.
Auch bei Verabredungen ist es eine grosse Hilfe, denn bevor mir etwas zu sagen einfällt, reden die beiden iPhones bereits miteinander. Es gibt auch keinen Streit mehr, etwa über die Frage, ob der Pfirsich aus Persien oder China stammt. Beide iPhones haben das gleiche Programm.
Man wundert sich nachträglich, warum der liebe Gott nicht erst das iPhone schuf, ehe er das zu ihm passende Zubehör entwickelte. Dann wäre vielleicht auch der Closomat vor der Erfindung der Verdauung da gewesen.
Wenn ich jetzt schon ein iPhone hätte, wäre mir gestern sogar die Information zuteil geworden, warum der Mensch überhaupt mit einem Kopf ausgestattet ist. Es war ja der internationale Tag des Kusses.
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Jürg Ramspeck (BLICK)