Einblick Der Schutz der Umwelt geht alle an

  • Publiziert: 23.02.2007, Aktualisiert: 02.01.2012
  • von Jürg Ramspeck

Nach der neusten 1000-Seiten-Studie der Uno-Experten ist es mit unserer Zivilisation vorbei, wenn wir in der Klimapolitik nicht bis 2020 die Trendwende schaffen.

Das heisst, die neuen Atomkraftwerke, die der Bundesrat bauen will, kommen sowieso zu spät; es muss gleich ab heute der CO2-Ausstoss durch eine «Vollbremsung» reduziert werden.

Es geht nicht länger an, dass sich einzelne Gruppen von Benutzern unseres Planeten um die aktive Teilnahme am Umweltschutz drücken. Weshalb Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, verdienstvollerweise zu einem allgemeinen «Autofasten» aufruft.

Wir müssen stark hoffen, dass das Auto diesem Aufruf Folge leistet, und dürfen ihm unsererseits nicht etwa Schwierigkeiten machen, wenn es an der Tanksäule die Benzinaufnahme verweigert. Tage, an denen es nur Kühlwasser zu sich nimmt, haben wir als Fastentage zu respektieren. Wir haben nicht das Recht, ihm bei rituellen Verhaltensweisen in die Speichen zu greifen, die wir seit biblischen Zeiten für unsere eigene Gewissensreinigung in Anspruch nehmen.

Wenn das Auto vier Tage vor der Abgasprüfung fastet, befolgt es lediglich Anweisungen des Buches Richter (Kapitel 20, Vers 26) oder benimmt sich wie junge Indianer vor der Stammesaufnahme. Wenn es hingegen nach Missachtung eines Rotlichtes eine Opferphase einlegt, handelt es sich um ein schon im Frühchristentum geübtes sogenanntes Bussfasten.

Auch ausgedehnte Fastenzeiten, wie das 40-tägige Osterfasten, stehen ihm zu. Indem wir am Aschermittwoch anlässlich einer Polizeikontrolle das Dokument deponieren, das unsere Zusammenarbeit mit dem Auto regelt, unterstützen wir es natürlich dabei.

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