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Angeschlagen sitzt er auf seinem Stuhl in einem Zürcher Luxushotel und blättert lustlos in der Speisekarte. «Yo man. Es ist ziemlich einfach mit uns Rappern: Alles, was wir brauchen, ist Chicken», sagt er. «Chicken machen dich zu einem besseren Rapper!». Dann bestellt er Chicken Sweet and Sour mit Thai-Reis. Wyclef Jean hat sich neuerdings seine schönen Dreadlocks abrasiert. «Meine Tochter hat sie so kurz gewollt. Ich tat ihr den Gefallen. Die sind ja spätestens in vier Jahren wieder nachgewachsen.» Wyclef Jean ist gerne in der Schweiz: «Ich liebe die Energy von diesem Land. Nirgendwo sonst spüre ich die verschiedenen Kulturen so wie hier. Da fühle ich mich wie zu Hause.»
Die Rhythmen der Welt
Der Sänger mit haitianischen Wurzeln zeigt auf alle Fragen gespielte Coolness. Er ist ein Profi, der sämtliche Fragen schon 100 Mal gehört hat. Schliesslich hat er mit der Gruppe Fugees in den 90er Jahren Welthits gefeiert – danach allerdings als Solokünstler nur mittelmässig Erfolg gehabt. Einzig als Duettpartner von Shakiras Megahit «Hips Don’t Lie» hielt er sich geschlagene 65 Wochen in der Schweizer Hitparade. Jetzt versucht es Wyclef Jean erneut solo. Mit dem Album: «Carnival Vol. II – Memoirs Of An Immigrant». Darauf zu hören ist ein bunter Mix an Stilrichtungen und Experimenten. Mal klingts wie ein neuer Fugee-Song, mal wie eine Momentaufnahme eines Strassenkünstlers in Brasilien. «Carnival II sind die Rhythmen der Welt abgemixt mit Hip-Hop und Texten in verschiedenen Sprachen.» fasst Wyclef sein neues Werk zusammen.
«Comeback? Nur wenn sich Lauryn Hill therapieren lässt!»
Und wie sieht es mit einem Fugees-Comeback aus? Da findet der Künstler für einmal harte Worte und spricht über sich ungewohnt in der dritten Person: «Ganz ehrlich? Wenn Wyclef nicht auf der Bühne ist, dann ist Fugees nicht das, was es sein soll. Und Wyclef ist nicht bereit wieder mit Lauryn auf die Bühne zu steigen, so lange sie sich nicht therapieren lässt! Frage beantwortet?» – «Yo man!»