Kubi über U17-Held Seferovic «Ein echter Profi ist er noch lange nicht»

  • Publiziert: 02.02.2010, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Kubilay Türkyilmaz

BLICK-Kolumnist Kubilay Türkyilmaz befürchtet, dass Haris Seferovic von der Fiorentina nach Belgien oder in die Serie C2 verschachert wird.

Ich bin gegen Transfers von derart Jungen wie Haris Seferovic in grosse Ligen. Er mag wohl Weltmeister sein – aber nur bei den Junioren. Ein echter Profi ist er deswegen noch lange nicht. Solche wie ihn gibt es 50 000 in Italien.

Für die Fiorentina ist solch ein Zuzug ein Investment in die Zukunft. Man holt ihn mal – und schaut dann, ob er sich durchsetzt. Wenn nicht – Pech gehabt. Drei Millionen Franken in den Sand gesetzt. Egal.

Setzt sich Seferovic nicht gleich durch – und das ist sehr wahrscheinlich – wartet die Primavera, die Nachwuchsmeisterschaft Italiens. In dieser wird er kaum Fortschritte machen. Und irgendwann wird er nach Belgien oder in die Serie C2 verschachert.

Wenn man den Transfer unbedingt jetzt machen will, muss man den Spieler erst irgendwohin auseihen, wo er in Ruhe reifen kann. Nach Luzern zum Beispiel. Pajtim Kasami, ein anderer U17-Weltmeister, wurde nach Palermo verkauft. Aber wird erst in Bellinzona parkiert, wo er sich entwickeln kann. Dass dies bei Seferovic nicht geschieht, ist die Schuld der Berater. Diese sind überflüssig, weil sie nur das eigene Portemonnaie im Kopf haben.

Dabei ist Torschlusspanik mittlerweile völlig fehl am Platz. Als ich in der Schweiz spielte, wurde unsere Liga im Ausland kaum beachtet. Heute schon. Wer sich in der Super League durchsetzt, ist ein Thema für die grossen Ligen. Zwangsläufig.

Und tschüss! – Seferovic ist weg

Fiorentina-Einkauf Seferovic sagt GC Addio. «Alles klar, ich habe für vier Jahre unterschrieben», sagt U17-Weltmeister Haris Seferovic (17) zu BLICK.

«Reisende soll man nicht aufhalten», erklärt Trainer Ciri Sforza (39). Und erinnert sich, dass ihn in jugendlichem Alter ein Beinbruch von einem (vielleicht) falschen Karriereschritt abhielt.

1990 war es. Der damalige GC-Trainer Ottmar Hitzfeld hatte den 20-jährigen Sforza für eine Million vom FC Aarau zurückgeholt, da flatterte ein Angebot des SSC Napoli (mit Maradona) ins Elternhaus von Sforza.

Wenige Tage später brach sich Jungstar Sforza ein Bein – der Transfer platzte. Sforza: «Stimmt, ich wäre zu Napoli gegangen.»

Der kleine Unterschied: Sforza war mit 20 bereits vier Jahre Stammspieler in der Nationalliga A. Seferovic bringt es mit knapp 18 Jahren auf bisher 38 Einsatzminuten. Sforza: «Haris will weg, für den Klub stimmt es. Also schauen wir vorwärts.» 2 Millionen Franken netto soll GC kassieren. (Max Kern)
play Kubilay Türkyilmaz (43), ehemaliger Stürmerstar und BLICK-Kolumnist: «Messi. Er kann Dinge mit dem Ball, die ich bei Maradona so nie gesehen habe. Messi ist eine Mischung zwischen Pelé und Maradona. Pelé machte viele Tore, Maradona viele Assists. Und Messi macht beides.» (BLICK-Sport)

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