Moschee-Schützen-Opfer Abdi O. «Es bleibt keine Zeit zum Reagieren»

Noch immer ist wenig bekannt über den Moschee-Schützen von Zürich. Vertreter der somalischen Diaspora vermuten einen rassistischen Hintergrund.

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Nach dem Angriff auf eine sunnitische Moschee in der Nähe der Zürcher Langstrasse sitzt der Schock bei den Somaliern in Zürich tief. Das Gebetshaus war ein beliebter Treffpunkt für die somalische Diaspora (BLICK berichtete).

Bei Bashir Gobdon (46), Sprecher der Exil-Somalier in der Schweiz und interkultureller Vermittler, klingelt das Telefon seit gestern Abend permanent. «Ich stand die ganze Nacht in Kontakt mit Angehörigen und Gläubigen.» Sogar der somalische Innenminister habe sich bei ihm nach dem Zwischenfall erkundigt.

Gobdon steht auch mit der Ehefrau von Abdi O.* in engem Austausch. Er ist einer der drei Männer, die beim Angriff verletzt wurden. Seiner Ehefrau erzählte der Verletzte, dass es sich beim Schützen nicht um einen Moschee-Gänger gehandelt habe. Sondern «um einen Weissen». «Wir gehen darum von einem rassistischen Motiv aus», so Godbon.

Der bewaffnete Angreifer habe etwas Unverständliches gesagt und das Feuer eröffnet. «Es blieb keine Zeit zum Reagieren», sagte Abdi O. seiner Frau.

Täter hat am Sonntag einen Bekannten getötet

Auch Itani Itani, ein Sprecher der muslimischen Glaubensgemeinschaft, sagt: «Laut dem Wissensstand unserer Gemeindemitglieder handelte es sich beim Schützen um einen hellhäutigen Mann.»

Wie die Staatsanwaltschaft heute in einer Pressekonferenz bekanntgab, handelt es sich beim Schützen um den Mann, der zwei Stunden nach den Schüssen tot unter der Gessnerbrücke beim Hauptbahnhof gefunden hatte.

Der Mann ist ein 24-jähriger Schweizer aus dem Bezirk Uster. Er ist auch für ein Tötungsdelikt verantwortlich: DNA-Auswertungen haben ergeben, dass er am vergangenen Wochenende einen Mann auf einem Spielplatz in Schwamendingen umbrachte. «Es könnte sich um Okkultismus handeln, der mutmassliche Täter interessierte sich für Okkultismus», sagte die Staatsanwältin an der Pressekonferenz.

Der Schweizer wurde vor sieben Jahren einmal polizeilich erfasst - wegen eines Velodiebstahls. Daher hatte die Polizei seine DNA und sein Bild. Bis vergangene Woche hatte der Täter auch eine Arbeitsstelle. Am Freitag verliess er diese aber. Der Täter soll «auch ghanaische Wurzeln» haben, wie die Staatsanwältin an der Pressekonferenz sagte.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 20.12.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016
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8 Kommentare
  • Michael  Koch 20.12.2016
    Man kann nicht erwarten, dass sich all die Menschen aus derart unterentwickelten Ländern, in denen die Gewalt regiert und Frauen als Menschen zweiter Klasse angesehen werden hier integrieren können. Zumal unsere Politik es ja für einfacher erachtet Schweizer Werte hinten anzustellen, als die Personen wirklich zu integrieren. Also wen wunderts wenn die Gewaltspirale sich plötzlich zu drehen beginnt. Das war mit Sicherheit leider erst der traurige Anfang einer Antwort auf politisches Versagen!
  • Jammerma  Heinz aus Thun
    20.12.2016
    Es kann doch nicht sein, dass da Leute in unser Land kommen und ihren Krieg nun hier austragen! Danke Bundesrat und Landesregierung! Die Welt gerät aus den Fugen, und wir holen uns die Probleme noch herein! Was soll ich meinen Kindern erzählen warum das so ist?
  • Timo  M 20.12.2016
    Herr Werner Müller ich gebe Ihnen teilweise absolut recht. Jedoch sollte man hierzu auch sagen, dass eine abgeschottene Gesellschaft eine rechte Utopie ist. Beides funktioniert über kurz oder lang nicht. Wir in der Schweiz sollten froh sein, dass wir sowohl links- wie auch rechtsorientierte Leute haben. Die Extremen auf beiden Seiten zähle ich hier nicht dazu! Aber genau diese Mischung macht es aus, dass es uns so gut geht!
  • Werner  Müller 20.12.2016
    Die Gewaltspirale beginnt sich zu drehen. Das war zu befürchten. Würde man doch nur endlich begreifen, dass eine offene und multikulturelle Gesellschaft eine linke und kapitalistische Utopie ist, die in der Realität nie funktionieren wird! Wir sollten uns zurück auf die Dinge besinnen, die in der Vergangenheit gut funktioniert haben: friedlicher und partnerschaftlicher Nationalismus und gute Mischung von Kapitalismus und Sozialismus. Lasst den Leuten wieder Platz und Zeit zum atmen und leben!
    • mike  dahl aus bern
      20.12.2016
      Multikulturalität und Flüchtlinge sind doch keine linke Utopie! Sie sind pure Realität und ein akutes Phänomen und Problem der Zeitgeschichte. Es ist keine Frage, ob wir oder sie es wollen und es ist eine Utopie zu glauben, wir könnten das Rad der Zeit einfach zurückdrehen.
    • Dinu  Marsson , via Facebook 20.12.2016
      "Friedlicher und partnerschaftlicher Nationalismus" ist nun wirklich absurd. Frieden gibt es in Europa erst seit 1945, als der Nationalismus jegliche Berechtigung verspielt hatte und geächtet wurde. Eine Mischung von Kapitalismus und Sozialismus ist hingegen ein guter Vorschlag.
    • Landre  Marb , via Facebook 20.12.2016
      Das wäre dann folglich logischerweise "kapitalistischer Nationalsozialismus"(!)
      Na ja, wenn man dazu steht. Leider hat aber die Geschichte schon längst bewiesen dass dieser niemals eine Lösung sein kann.
      Es geht doch in Quintessenz nur um die perfid aus den Fugen geratene Vermögensverteilung in der gesamten Gesellschaft die frustrierte und wütige Bürger produziert.
      Und da stehen mit substanziellem Agieren auch oder vor allem unsere willkürlich verfilzten Politiker in der Verantwortung...
  • Laurent  Meier , via Facebook 20.12.2016
    Wieso meldet sich der somalische Innenminister beim Exil-Somalier, ich dachte, Bashir Gobdon sei vor der somalischen Regierung ins schweizerische Exil geflüchtet?