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(Raphael Röthlin/Blick.ch)
In weiten Teilen der Schweiz ist es, mit Verlaub, furztrocken. So trocken, dass die Behörden des Kantons Obwalden, St. Gallen und Bern die Bevölkerung anhalten, kein Feuer im Freien zu machen, um die Wald- und Flurbrandgefahr einzudämmen. Auf ein generelles Feuerverbot wird vorerst zwar noch verzichtet. Die Feuerwehrinspektionen rufen aber dazu auf, keine brennenden Raucherwaren oder Streichhölzer wegzuwerfen.
Dies mit Fug und Recht: In Obwalden kam es in den letzten Tagen zu mehreren kleinen Flur- und Wurzelstockbränden. Dank der Aufmerksamkeit von Passanten und der raschen Alarmierung der Feuerwehren sei aber grösserer Schaden verhindert worden, schreibt das Obwaldner Feuerwehrinspektor.
Auch im Kanton St.Gallen wird die Waldbrandgefahr in den Regionen Werdenberg und See-Gaster als «gross», im Sarganserland sogar als «sehr gross» eingestuft. Die Behörden raten deswegen, nur die eingerichteten Feuerstellen zu benützen. Das Feuer sei ständig zu beobachten und nur in absolut gelöschtem Zustand zu verlassen. Wegen der Gefahr eines Funkenwurfs sei im Wald oder dessen Nähe momentan kein Astmaterial zu verbrennen.
Ähnlich tönts im Kanton Bern. Hier bereiten vor allem die besonnten Hänge im Amt Interlaken der Feuerwehr Sorge. In den vergangenen Tagen musste sie verschiedene Flächenbrände bekämpfen. Diese konnten meist sofort gelöscht werden, wie Regierungsstatthalter Walter Dietrich erklärte. Vor rund einer Woche brannte es etwa bei Sundlauenen. Bei diesen Löscharbeiten kamen Helikopter zum Einsatz.
Die Trockenheit im Schweizer Mittelland mag uns aussergewöhnlich vorkommen, ist sie aber nicht. Regenarme Herbste gibts in der Schweiz immer wieder: 2003 und 2005 etwa übertrafen den Herbst 2009 punkto Trockenheit locker (siehe Grafik).
Zudem ist der September mit seinem Altweibersommer berühmt dafür, den Sommer versöhnlich ausklingen zu lassen und wenig Regen zu bringen. In diesem Jahr kamen wir jedoch in den Genuss eines speziell langen Altweibersommers, der fast einen Monat andauerte, und in dem die Hochdruckgebiete quasi Schlage standen und durch kein Tief gestört wurden.
Am Mittwoch 25 Grad, dann ist wohl Schluss
Der Altweibersommer neigt sich diese Woche jedoch dem Ende zu. Momentan dominiert zwar noch eine Warmfront, und es reicht heute für nur ein paar Tropfen Regen im Grossraum Aargau. Die Luft ist jedoch so trocken (Luftfeuchtigkeit liegt bei 66 Prozent), dass das Wasser schon in der Luft verdampft. Bis am Mittwoch bleibt es freundlich, und der Herbst gibt noch einmal alles: Unter Föhneinfluss wird es 25 Grad warm, in den Föhngebieten sogar bis zu 27 Grad!
Umso grösser ist die Waldbrandgefahr: «Wenn bei einem Brand der Föhn hinein brätscht, dann kann sich der Brand blitzschnell ausbreiten», so Christoph Siegrist von «SF Meteo» gegenüber Blick.ch.
Der Donnerstag gibt sich dann wenig freundlich, doch auch wenn es einige Tropfen gibt, dürfte die Trockenheit noch nicht vorüber sein. Dennoch wird Ende Woche der Altweibersommer ausgelacht haben. Am Wochenende sieht es bislang eher regnerisch aus. (gux)
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Herrlich: Herbststimmung am späten Nachmittag auf der Goescheneralp im Kanton Uri. Schicken auch Sie uns Ihre Bilder! (Keystone)