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Der unbescholtene US-Ingenieur El-Ibrahimi (Omar Metwally) wird bei seiner Rückkehr aus Kapstadt in Washington verhaftet und mit einem Privatjet in ein nordafrikanisches Land (gedreht in Marokko) verschleppt, verhört und grausam gefoltert.
Zwar ist es die einheimische Geheimpolizei, die aus ihm Verbindungen zur Terrorszene herauspressen will, doch alles geschieht unter Beobachtung von CIA-Agent Freeman (Jake Gyllenhaal).
In den USA versucht inzwischen Ibrahimis schwangere Frau (unterfordert: Reese Witherspoon), etwas über ihren plötzlich verschwundenen Mann – der seit Jahren mit der Green Card in den USA lebte – ausfindig zu machen. Vergeblich: Weder ein liberaler Senator (Alan Arkin) noch die kalte Chefin der CIA-Anti-Terror-Einheit (Meryl Streep) kommen der verzweifelten Frau zu Hilfe.
«Rendition» bedeutet «Überstellen in die Rechtlosigkeit» und ist eine der miesesten Erfindungen des Bush-Regimes. Im Rahmen dieses Verfahrens können Nicht-Amerikaner, die als Bedrohung für die nationale Sicherheit gelten, in geheimen Gefängnissen ausserhalb der USA verhört werden.
Regisseur Gavin Hood (Oscar für «Tsotsi») geht zwar in der ersten Stunde recht kritisch mit dem Rechtsmissbrauch um, der klar dem amerikanischen Ideal widerspricht. Dann aber wandelt sich sein Film mehr zum Thriller, er verwirrt den Zuschauer, indem er in der Chronologie springt. Er baut – um den Antiamerikanismus zu relativieren – auch das schreckliche Attentat eines nordafrikanischen Fundamentalisten ein. Schliesslich nimmt er dem Werk die Explosivkraft und wendet es hin zum Versöhnlichen.
Das ist schade: Man wäre gerne noch stärker in dieses Grauzonen-Schlamassel der amerikanischen Regierung getaucht. Immerhin: Gyllenhaal als vorerst mutloses CIA-Käsegesicht und Streep als arrogante, widerliche CIA-Chefin könnte man stundenlang ohrfeigen.