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Grosser Kampf in der Kölnarena: Mirko Cro-Cop Filipovic gegen Mostapha Al-Turk. Die Sympathien sind klar verteilt – der Kroate Cro-Cop wird von den Fans lautstark unterstützt. Jeder Schlag, jeder Treffer wird frenetisch gefeiert. Nach drei Minuten holt das ehemalige Mitglied einer Anti-Terror-Einheit erneut aus und schlägt kräftig zu, seine Finger der linken Hand landen dabei direkt in den Augen seines Kontrahenten. Der sackt zusammen und windet sich vor Schmerzen.
Der Ringrichter beendet den Kampf und erklärt Cro-Cop zum Sieger, obwohl Stiche in des Gegners Augen verboten sind. Mit einer Taschenlampe begutachtet der Ringarzt Al-Turks Augen. Gleichzeitig läuft auf den Bildschirmen die Brutaloszene in Endlosschlaufe. Das Publikum johlt. Der Libanese verlässt benommen die Bühne. Im Ring macht sich derweil die dreiköpfige Putzequipe daran, das Blut vom Boden wegzuwischen. Es ist eine Sisyphusarbeit, und mehr eine Alibiübung als ein ernsthaftes Anliegen, dem die Reinigungskräfte nachgehen.
Die Spannung steigt. Ringsprecher Bruce Buffer, eine sonnengebräunte Karikatur seiner selbst, spricht geschwollen vom«Moment of Truth». Der Hauptkampf zwischen Rich «Ace» Franklin und Wanderlei «The Axe Murderer» Silva steht an.
Silva, das Raubtier
Der Brasilianer Silva betritt als Erster das Oktagon. Wenn er den Mund öffnet, wirkt er wie ein grosses, gefährliches Raubtier. Im Käfig läuft er hin und her und markiert so sein Revier. Der Amerikaner Franklin, ein gelernter Lehrer, ist das pure Gegenteil. Er ist ruhig und verzichtet auf jegliches Gehabe. Artig verneigt er sich.
Die erste Runde verläuft ohne nennenswerte Zwischenfälle. Das Publikum wird unruhig. Einzelne Pfiffe sind hörbar. Waren die Zuschauer vor wenigen Stunden nach Ellbogenschlägen noch schockiert, sind sie nun bereits abgestumpft und fordern mehr Action. In der zweiten Runde tropft von Silvas Ohr Blut auf den Boden. Auch das sind Bilder, die nicht mehr irritieren und an die sich die Fans bereits gewöhnt haben.
In der dritten Runde gehen die beiden noch einmal aufeinander los. Silva animiert das Publikum, wenige Sekunden später erhält er einen Schlag mitten ins Gesicht und stürzt zu Boden. Franklin doppelt nach, wuchtet Mal für Mal seine Faust ins Gesicht. Silva revanchiert sich mit Ellbogenschlägen. Der Kampf endet mit dem Sieg von Rich Franklin. Das Publikum buht. Sie hätten lieber Silva als siegreichen Gladiator gesehen.