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Die junge Wissenschaftlerin bezahlt einem mittellosen jungen Mann die Fahrkarte von Genf nach Marseille und nimmt den Unbekannten sogar ins Hotel mit. Ein soeben Vater gewordener Reisender strandet in Dortmund und verliebt sich in der Einöde des nächtlichen Bahnhofs in eine skurrile Tschechin. Und ein Genfer Mädchen will in Neapel ein neues Leben beginnen. Sie wird vom Nachtschaffner beschützt, umgarnt und total verunsichert.
Der Schweizer Regisseur Frédéric Choffat (34) zeigt in seinem ersten Spielfilm, wie schwer Menschen mit dem eigenen Leben zurechtkommen. Jede seiner Figuren möchte aus ihrem Dasein ausbrechen und wird sich in der nächtlichen Konfrontation bewusst, dass sie sich eigentlich auf einer ständigen Flucht befindet.
Die Leere unterstreicht Choffat, indem er seine minimalistische Handlung in einem menschenleeren Bahnhof, in einem kargen Hotelzimmer und einem engen Liegewagen spielen lässt. Dabei ist ihm ein intimer Einblick gelungen, seine Story hat kluge Wendungen und gescheite Dialoge – auch wenn die Figuren etwas konturlos bleiben.