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Nur wenige Helfer sind in den verwüsteten Strassen von Port-au-Prince unterwegs. Denn am dritten Tag nach dem verheerenden Erdbeben steigt die Verzweiflung an – und auch die Bereitschaft zur Gewalt.
So berichtet «CBS» von Banden, die durch die Strassen ziehen. Sie sind bewaffnet, nehmen alles mit, was sie finden können. Sogar vor den Habseligkeiten der Opfer machen sie nicht halt – die Not macht sie zu Plünderern.
Die Helfer aus aller Welt sind vor ihnen ebenfalls nicht sicher. «Gestern wäre uns fast ein Lastwagen gestohlen», sagte Delfin Antonio Rodriguez, Chef des Zivilschutzes der Dominikanischen Republik, gemäss «Bild.de».
Uno-Lagerhäuser ausgeraubt
Heute wurde bekannt, dass die Lagerhäuser des Welternährungsprogramms (WFP) der Uno in Port-au-Prince ausgeraubt wurden. Die Lager müssten nun wieder aufgefüllt werden, um die Erdbebenopfer mit Lebensmitteln versorgen zu können.
WFP-Sprecherin Emilia Casella in Genf zeigte sich aber beinahe verständnisvoll für die Anarchie, die derzeit herrscht. In einer Notlage wie in Haiti seien Plünderungen «nicht ungewöhnlich» und sogar «absehbar» gewesen.
«ABC» berichtet, dass aus Angst vor Überfällen viele Hilfsgüter und einige Helfer im sicheren Flughafen von Port-au-Prince geblieben seien. Was die Wut der Opfer der Katastrophe weiter anstachelt. Heute morgen errichteten sie aus Leichen gar Barrikaden auf den Strassen (Blick.ch berichtete).
Wären Waffen eine Lösung?
Zivilschützer Rodriguez beschreibt, wie weit die Plünderer gehen: «Wenn wir ein Lazarett in der Nacht aufbauten, wäre es am Morgen nicht mehr da.»
Bewaffnen können sich die Rettungskräfte aber nicht. Zwar wird zum Beispiel das dominikanische Team von bolivianischen Soldaten der UN-Blauhelmmission geschützt. Doch auch die sind unbewaffnet. Rodriguez: «Manchmal wäre es besser, Waffen zu besitzen.» (num/SDA)