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Endlich immun: Nächste Woche will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die nächste Stufe des Impfprogramms zünden. 4497 Personen sind in der Schweiz mittlerweile am H1N1-Virus erkrankt. Alleine letzte Woche meldeten die Labors 1911 Neuerkankungen.
Jetzt dürfen sich also alle impfen lassen – nicht nur Kranke und Schwangere. Bloss: Bereits für diese Risikogruppen fehlt immer noch in vielen Kantonen der Impfstoff. «Es harzt», gibt BAG-Direktor Thomas Zeltner zu. Aber er mahnt: «In der Schweiz sind wir es halt nicht gewohnt, dass medizinische Güter knapp sind. Entwicklungsländer kennen das besser.»
Die Schweiz, ein Drittweltland? «Nein», wehrt Zeltner gegenüber BLICK ab. «Aber auch auf Spenderorgane muss man ja schmerzlich lange warten. So wie jetzt auf Impfstoffe.»
Ein Vergleich schlimmer als der andere. Dafür, fügt Zeltner an, würden die BAG-Mitarbeiter derzeit sogar übers Wochenende arbeiten.
Fast wie Ärzte. Die würden nämlich gerne arbeiten – aber ihnen fehlt das Material. «Zwei Drittel der Hausärzte im Kanton Zürich bekamen keinen Impfstoff für Erwachsene», sagt etwa Urs Rüegg von der Zürcher Gesundheitsdirektion. «Der Bund teilte Zürich ein erstes Kontingent von 140000 Impfdosen zu. Bis heute haben wir nur rund 100000.»
Auch in beiden Basel, Bern, Genf, Luzern, Schwyz und Uri «harzt» es. Und in Glarus: «Die vom Bund beauftragte Logistikfirma muss die Impfdosen für Ärzte umpacken», sagt der Glarner Kantonsarzt Daniel Brunner. «Die sind überfordert.» Er meint die Firma Alloga aus Burgdorf BE. Auffallend: Reibungslos läuft die Impfaktion in allen Kantonen, welche einen eigenen Apotheker damit beauftragt haben, die Impfdosen umzupacken – wie etwa Schaffhausen, Thurgau und Zug.
Der Impfstoff-Lieferant schiebt die Verantwortung weiter: «Wir haben versprochen, drei Tage nach Bestellung zu liefern. Das halten wir immer ein. Jedenfalls, wenn die Armeeapotheke uns genug Impfstoff liefert», sagt Alloga-Sprecherin Christina Hertig.
«Ich weigere mich, im Moment den Schwarzen Peter auszuteilen», sagt BAG-Direktor Zeltner. Er muss ihn auch nicht mehr lange bei sich behalten: Ende Jahr tritt Zeltner von seinem Posten zurück.
Die roten Kantone hatten Probleme mit der Lieferung des Impfstoffs.- Ringier Infographics