Die bange Frage an die Betreiber des AKW Beznau Ist eine «Unregelmässigkeit an der Schweissnaht» kein Riss?

Nach Mühleberg jetzt auch Risse im AKW Beznau. Oder sind es doch nur «Unterschiede in der Schweissstruktur»?

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Die Axpo-Mitteilung kam am Montagabend: Während der Jahresrevision im Block 1 sei eine «Unregelmäs­sigkeit an einer Schweissnaht im Innenteil des Reaktor­deckels» festgestellt worden, schreibt die Beznau-Betreiberin. Man werde das Problem durch eine «zusätzliche Schweis­sung» beheben.

Risse oder keine?

Wie bitte? Nach Mühleberg jetzt auch Risse im AKW Beznau? Dabei beteuert doch Axpo-Chef Heinz Karrer stets, in Beznau gebe es keine Risse.

Jürg Joss, Automationstechniker und Vorstandsmitglied des Vereins Fokus Anti-Atom, sagt hingegen aufgrund der Axpo-Mitteilung: «Ich interpretiere das als Riss, Rissanzeige oder schlecht geschweisste Naht.» Für ihn bestätigt die Mitteilung, dass das älteste AKW der Welt seinen Zenit erreicht hat.

Joss hat Revisionsarbeiten im AKW Leibstadt durchgeführt und weiss, wo das Problem liegt: «Druckwasserreaktoren wie in Beznau oder Gösgen rosten gerne. Vor 40 Jahren konnte man den Stahl noch nicht so sauber giessen wie heute.» In den USA habe man das Problem mit den Rissen erkannt und begonnen, diese Reaktordeckel auszutauschen.

«Feiner Unterschied in der Schweissstruktur»

Eine Axpo-Sprecherin sagt auf Anfrage: «Das ist kein Riss, sondern ein feiner Unterschied in der Schweissstruktur.» Die Stelle sei weder undicht, noch könne dort Radioaktivität entweichen.

Etwas deutlicher drückt sich ein Sprecher der staatlichen AKW-Aufsicht Ensi aus, welche die Beznau-Revision überwacht. «Ein Riss, der durch die Wand geht, ist das nicht», beruhigt er. Vielmehr handle es sich um einen «Haar-Riss an der Oberfläche». Dessen Überschweissung sei ein international anerkanntes Reparaturverfahren. Aber ein nicht ganz billiges, weil dazu Spezialisten aus den USA eingeflogen werden müssen.

Immerhin hat die Axpo die Problematik erkannt und vor einiger Zeit neue Reaktordeckel für Beznau bestellt. Weil die Herstellung extrem aufwendig ist, dauert es allerdings zwei Jahre, bis sie geliefert werden. Joss graut es bereits vor dem Einbau: «Dafür muss das Reaktorgebäude aufgeschnitten werden. Nicht unproblematisch bei über vierzigjährigem Beton und Stahl.»

Publiziert am 20.06.2012 | Aktualisiert am 20.06.2012
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  • David  Ulrich 20.06.2012
    Wie immer. Jetzt fangen die Linken und die Grünen wieder an Lügen zu verbreiten. Das Sie nicht überreagieren und sagen, es wäre ein Loch, erstaunt mich. Lasst die Experten das entscheiden, darum sind es Experten. Möchte gern Experten brauchen wir nicht. Es kann jeder etwas falsches erzählen aber leider machen es die Grünen und Linken immer wieder gerne.
    Apropo Solar. Wisst Ihr eigentlich wie giftig das Recyceln von Solarpanels sind? Würde mal sagen, sehr giftig. Aber spielt keine Rolle, muss ja auch niemend wissen.
  • Meier  Thomas aus Rheinfelden
    20.06.2012
    Wieviel Rendite hat man eigentlich auf ein AKW? Bei Solaranlagen sind es mit KEV ca. 10 Prozent. Das die Kosten für die Endlagerung von Atommüll wieder auf die Bevölkerung abgesetzt werden finde ich eine Frechheit, dann würde es sonst ganz anders aussehen.
  • Peter  Balu J , via Facebook 20.06.2012
    Einmal mehr: Würde nur halb so viel Geld in die Erstellung von Solar- und Windanlagen gesteckt, wie in den Erhalt dieser maroden Bauten, könnte bereits ein grosser Teil des Verbrauchs abgefangen werden. Ungenutzte Hausdächer hat es ja weiss Gott noch genug. Und in Kombination einer kleinen Windanlage mit Solarzellen, würden viele Haushalte vom öffentlichen Netz unabhängiger.
    Klar wollen die Stromkonzerne nicht auf die Rendite verzichten, die sie mit den alten Anlagen erwirtschaften und genau so wenig auf die Kunden, die sich "autonomisieren".
    Vermutlich ist es deshalb oft so schwierig, eine Bewilligung für solche Kleinanlagen zu bekommen.
  • Patrick  Gabriel 20.06.2012
    Jeder redet davon die AKWs abzuschalten. Niemand überlegt sich, wei mman denn fehlenden Strom produzieren will. Bei Wasser- und Windkraftwerken kommt der Natuschutz und erhebt Einsprache, die Solaranlagen sind zu teuer und haben Chemekalien drin und die Gaskraftwerken sind durch ihren hohen CO2 ausstos Umweltschädlich. Zu allem dazu, werden die Stromanbieter mit den Preisen rauf, sobald die AKWs abgeschalten werden.
    Der Atomstrom ist dagegen billig und, bis auf die Entsorgung, sauber.
  • Maja  Sprenger , via Facebook 20.06.2012
    Jeder der mal geschweisst hat, weiss wie schnell solche aussagen entstehen können. Vorallen die man von Hand gemacht hat, weissen immer unregelmässigkeiten auf.