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Eine Grippe dauert mit Behandlung eine Woche, ohne Behandlung sieben Tage. Der Witz ist gut, aber beim grössten Gesundheitsproblem dieser Tage hilft Humor nicht weiter. In einer Woche muss jeder für sich die Frage beantworten: Impfen – ja oder nein?
Dann steht unser land vor der gewaltigsten Massenimpfung aller Zeiten. Am Freitag wird das Bundesamt für Gesundheit die Schweizerinnen und Schweizer dazu aufrufen, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen.
Viel Überzeugungsarbeit hat die Gesundheitsbehörde zu leisten: Die Schweizer haben eine riesige Abneigung gegen die kleine Nadel. Eine BLICK-Umfrage ergab – nicht repräsentativ, aber alarmierend –, dass sich gerade mal 16 Prozent freiwillig immunisieren lassen wollen. 67 Prozent sagen kurz und bündig Nein. 17 Prozent haben sich noch nicht entschieden.
Die Schweinegrippe ist eine Pandemie, die sich im Rekordtempo verbreitet hat. 5000 Menschen sind an ihr gestorben. Ihre Gefährlichkeit für die Industrieländer wurde aber überschätzt. Die angekündigte Katastrophe trat nicht ein. Das H1N1-Virus lässt sich relativ leicht besiegen. Deshalb kritisierte der streitbare Immunologe Prof. Beda M. Stadler schon vor Wochen den Alarmismus der Behörden und empfahl, die Vorsichtsmassnahmen auf ein vernünftiges Niveau herunterzufahren.
Dennoch heisst es jetzt: Ärmel hochkrempeln und sich impfen lassen. Aufgerufen sind, anders als bei anderen Grippewellen, nicht einzelne Risikogruppen. Aufgerufen sind alle. Und es geht um mehr als Eigennutz.
«Impfen ist ein Akt der Solidarität», mahnt Experte Stadler. Wer sich impfen lasse, schütze auch sein Umfeld. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer sich nicht impfen lässt, bringt andere in Gefahr, denn er kann das Virus ungebremst weitergeben.
Bei der Glückskette zeigen wir anderen unser Mitgefühl, indem wir Geld einzahlen. Bei der Massenimpfung können wir einen solidarischen Beitrag leisten, indem wir unsere Angst überwinden und den kleinen Piks ertragen.
Der ist doch auszuhalten, oder?
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Ringier-Publizist Hannes Britschgi interviewt für Blick.ch Spitzenpolitiker. (Geri Born)