
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Als der Hass der Untertanen unerträglich wurde, liessen sich Than Shwe und seine Generäle einfach eine neue Hauptstadt bauen: Naypidaw oder «Sitz der Könige», 350 Kilometer nordöstlich vom traditionellen Regierungssitz Rangun entfernt, mitten im Dschungel.
In einer Prachtvilla am Rand dieser Retortenstadt residiert der Generalissimus. Von hier aus verwaltet sein Clan die von den Burmesen erpressten und in aller Welt sicher angelegten Geld-«Geschenke». Allein im Jahr 2005 sollen es umgerechnet über 700 Millionen Euro gewesen sein. Zu ihrer Hochzeit befahl Than Shwe seine Tochter Thandar auf ein goldenes Bett. Dann liess er sie mit Perlen und Edelsteinen im Wert von 50 Millionen Dollar überschütten.
In Burma wagen es nur noch wenige, Than Shwes Namen auszusprechen. Sie nennen ihn den König von Burma.
Doch in Than Shwes Adern fliesst weder blaues Blut, noch kann er als Vorbild für royale Noblesse dienen. Der General ist Sohn einer armen Familie aus Kyaukse bei Mandalay. Sein Arbeitsleben begann er als Briefträger. 1953 trat er in die Armee ein, wurde Offizier und begann eine steile Karriere. 1992 schliesslich ernannte ihn die herrschende Clique der Generäle zum Staatsoberhaupt.
Seither hält sich der mürrische alte Mann, der auch an Alzheimer leiden soll, nicht mit Güte, sondern mit Foltergefängnissen und Mord an der Macht. So wie in den letzten Tagen: Da schossen General Than Shwes Soldaten mit scharfer Munition auf friedlich demonstrierende Mönche und Bürger.
Offiziell wurden bei den Unruhen 14 Menschen getötet. Diplomaten in Rangun und Augenzeugen glauben aber, dass die wahre Zahl der Opfer um ein Vielfaches höher liegt.
Than Shwe in seiner Villa am «Sitz der Könige» kümmern solche Petitessen nicht. Er ist zufrieden, den Protest der Burmesen mit Gewalt gebrochen zu haben. Endlich, liess er am Samstag im staatlichen burmesischen Rundfunk erklären, herrsche im Land wieder Ruhe und Ordnung.
Burmas Machthaber Than Shwe- Foto: AP