Das meint BLICK zur Atomenergie-Initiative Emotional bereits ausgestiegen

Die Meinungen über den Ausstieg aus der Atomenergie sind längst gemacht.

Atomausstieg Schweiz: Pro und Kontra zum sofortigen Ausstieg play
Eine einzige nationale Vorlage kommt am Sonntag vors Volk. Keystone

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Atomausstieg Schweiz: Pro und Kontra zum sofortigen Ausstieg play
BLICK-Chefredaktor Peter Röthlisberger. BLICK

Der Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 war mein Erweckungserlebnis. Atomenergie als unfassbare Bedrohung – sprichwörtlich. Pilze und Haselnüsse essen war verboten. Kontaminiert. Die Erinnerung kam mit Fukushima 2011 zurück. Und wie nach Drehbuch bebte die Erde in Japan in der Nacht auf Montag, eine Woche vor der Abstimmung über den vorzeitigen Atomausstieg, gleich nochmals. Was hilft den Ausstiegsgegnern eine Wahrscheinlichkeit eines radioaktiven Unfalls auf 100’000 Reaktorstunden, wenn doch alle die Bilder des Fukushima-Tsunamis im Kopf haben?

Gegner der Atomenergie haben es einfach: Sie haben Unmengen emotionaler Argumente und Geschichten auf Lager, bessere als die AKW-Fans. Staudämme in der Schweiz brechen nicht, kein Mensch ist bisher von einem Solarpanel erschlagen worden. Die Endlagerung radioaktiver Abfälle ist aber nach Jahren der Suche noch immer nicht gelöst; wenn die Schweiz Erdöl und Uran importiert, kann sie das auch mit Strom tun.

Der langfristige Ausstieg aus der Atomenergie, die Energiestrategie 2050, ist auch für den BLICK eine klare Sache. Zwischen 2019 und 2035 sollen die fünf Kernreaktoren in der Schweiz abgeschaltet werden. Angesichts der neuen Marktbedingungen in Europa und der miserablen Rentabilität der AKW ist das nur logisch.

Es gilt aber nicht für den kurzfristigen Ausstieg, über den wir am Sonntag abstimmen. Die Gegner argumentieren richtig, dass die AKW-Betreiber Planungssicherheit brauchen. Ein vorzeitiger Ausstieg kostet uns Steuerzahler Hunderte Millionen. Die 40 Prozent Bandenergie der AKW liefern die Grundlast für die stabile Versorgung. Man kann nicht gegen AKW sein und gleichzeitig jede Erhöhung von Staumauern und jeden Windpark zu verhindern versuchen. Europa braucht noch Jahre, bis saubere alternative Energie die dreckige Energie aus Kohle ersetzen kann. Bis die Wende vollzogen ist, müssen wir wohl oder übel auf Atomstrom setzen.

Uns allen nützt es aber, wenn die Initiative der Grünen nicht allzu deutlich abgelehnt wird. Der Druck auf jene, die den Ausstieg aus der Atomenergie langfristig möglich machen müssen, muss hoch bleiben.

Also: Energiewende bis 2050 ja, sofortiger Ausstieg nein.

Publiziert am 25.11.2016 | Aktualisiert am 26.11.2016
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15 Kommentare
  • Martin  Walter 25.11.2016
    Die Schweden haben 1980 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Bis heute ist nichts passiert. Dies, weil kein Ausstiegszeitplan gemacht wurde. Wollen wir das auch? Die Nein-Kampagne der Gegenseite der Initiative will nur eines: Verzögerung. Damit würde bei einem Nein die Gefahr eines Unfalles wachsen, die Kosten für uns Steuerzahler und Stromkonsumenten ins Unermessliche steigen und das Ziel der Energiestrategie 2050 wäre gefährdet.
  • Paul  Neidhart aus Zürich
    25.11.2016
    bin gespannt, ob die Dame Leuthard zurücktritt nach der Annahme?
    oder weiter die Fahne in den Wind und durchwursteln?
    bis 2029 reicht die Zeit locker um neue Energien zu installieren.
    • Daniel  Gantner 25.11.2016
      Leute welche keine Ahnung von der Materie haben, Leute welche scheinbar nicht wissen, dass die Sonne nachts nicht scheint, der Wind nicht immer weht, Stauseeen nicht immer propper voll sind, die so gewonnene Energie nicht beliebig gespeichert werden kann, für den Moment wo sie gebraucht wird.. Solche Leute sollten sich ein wenig zurückhalten mit Propaganda. AKW abschalten ist gleichbedeutend mit AKW- und Kohlestrom aus dem nahen Ausland importieren!
  • Alessandro   Del Piero 25.11.2016
    Für alle die noch Atomkraft wollen, wäre es sicher auch ok wenn ein Kraftwerk oder ein Endlager in ihrer Gemeinde gebaut wird oder ?
    Für mich wäre es nicht ok darum bin ich für einen Ausstieg alles andere ist scheinheilig.
  • Dominik  Brunner 25.11.2016
    Für die Energiewende auf jedenfall aber nicht für den vorzeitigen Ausstieg bin ich auch.
    Danke Blick für die Positionierung aber hättet Ihr von Anfang richtig kommuniziert, wären die Leute nicht manipuliert worden für ein JA. Bravo...
  • Peter  Marthaler aus Chur
    25.11.2016
    Niemand auf der ganzen Welt betreibt AKW so lange wie die Schweiz. Weshalb soll die Schweiz AKW länger sicher betreiben können - Sind unsere AKW besser gebaut? Wohl kaum, denn die wurden nicht von Schweizer, sondern von Franzosen und Amis gebaut, die Schweiz hatte noch nie das Know-how um AKW zu bauen - der Versuch ein eigenes AKW in Lucens zu bauen ging schief. Beton & Stahl von Reaktor & Containment altern schneller, weil sie harter Strahlung ausgesetzt sind. Schweizer AKW sind nicht besser!