Maria Kündig (29) ist die einzige Hobbysportlerin im Golden-Talents-Team. Die polysportive Lehrerin aus Lenzburg absolvierte die Schwimmstrecken.
Das Gigathlon-Tagebuch von Maria Kündig (29)
Ich hatte ja den Schoggi-Job. Bei diesen Temperaturen im kühlen Wasser des Lungern- und des Thunersees sein zu dürfen, war schon schön. Aber auch ich habe die Hitze gespürt. Vor allem am Samstag, da hatte ich im Neopren am Anfang fast einen Schock.
Vom Warten auf den Start hatte ich zu heiss. Aber dann habe ich den Rhythmus schnell gefunden. Ich habe zwar Plätze verloren, die meine Kollegen wieder aufholen mussten. Aber für meine Verhältnisse bin ich gut geschwommen.
Der Massenstart am Sonntag war Neuland für mich. Ich hatte Respekt vor dem Gedränge. Aber dann wars gar nicht schlimm. Mehr Probleme hatten wir mit dem vielen Treibholz vom Sturm am Samstagabend. Plötzlich kamen uns Äste entgegen. Bis kurz vor dem Start war nicht sicher, ob wir schwimmen können oder aufs Laufen ausweichen müssen. Ich bin froh, dass das Schwimmen geklappt hat.
Es war schon speziell. Ich als Hobbysportlerin mit vier Spitzensportlern. Interessant zu sehen, wie minutiös sich Renato, Sandra, Christoph und Pascale auf ihre Einsätze vorbereitet haben. Bei mir wars eher improvisiert. Ich habe schon 2009 beim Gigathlon mitgemacht, damals mit vier Kolleginnen. Das war halt ganz anders. So werde ich künftig wohl wieder dabei sein.
Das Gigathlon-Tagebuch von Pascale Schnider (25)
Optimal war der Start in mein erstes Gigathlon-Abenteuer nicht. Das Schlafen im Zelt ist so eine Sache. Als ich in der Nacht zum Samstag endlich hätte einschlafen können, sind die ersten bereits aufgestanden. Ich habe kaum ein Auge zugetan.
Hektik auch vor meinem Velostart. Mountain-Bikerin Sandra ist so stark gefahren, dass sie eine halbe Stunde früher als erwartet in der Wechselzone von Langnau eintraf. Ich war noch am Umziehen, als mich der Speaker über Lautsprecher suchte.
Danach ist es aber gut gelaufen. Als Veloprofi fühlte ich mich im Element. In einer Gruppe mitzufahren, war aber nicht ungefährlich. Die Hobby-Rennfahrer sind darin nicht so geübt. Und sie reagieren oft anders, als ich das gewohnt bin. So bin ich eben allein weggefahren und habe viele überholt.
Bis zu 37 Grad – die Hitze hat auch mir zugesetzt. Der Asphalt war weich und rutschig. Aber die vielen Fans bei der Fahrt durch meine Heimat haben mich überall angefeuert.
Nach meinem ersten Teil habe ich unsere Schwimmerin Maria beneidet. Sie durfte in den kühlen Lungernsee. Das habe ich dann auch getan. Ein kurzes Bad hat mich für den zweiten Teil nach Interlaken schön abgekühlt.
Morgen im BLICK das Tagebuch von Schwimmerin Maria Kündig.
Das Gigathlon-Tagebuch von Christoph Kunz (28)
Freitagnachmittag. Der Wettkampf beginnt zwar erst am Samstagmorgen früh. Aber für uns ist der Gigathlon 2010 bereits losgegangen. Nach einem Fotoshooting am Mittag in Oberhofen haben wir uns am Nachmittag in Thun getroffen, im Gigathlon-Zeltdorf eingecheckt und auch gleich unser Zelt aufgestellt.
Damit das grad klar ist: Mit unserem Zelt meine ich das für Renato und mich. Unsere drei Frauen Sandra, Pascale und Maria haben ihr eigenes. Die anderen Zelt-Nachbarn kenne ich noch nicht, aber das wird noch kommen. Das Zelten zusammen mit Renato macht mir nichts aus. Für mich ist es ja auch schon der zweite Gigathlon – das Zelten gehört einfach dazu.
Meine Nacht ist kurz. Ich muss am Samstag als Erster ran. Um sechs Uhr ist Start, das heisst: Tagwache um vier. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob auch alle vier anderen Golden-Talents-Teammitglieder so früh aufstehen. Zumindest mein Mitschläfer Renato muss mit mir raus. Schliesslich ist er der Captain.
Die Strecke von Thun nach Langnau kenne ich, das ist meine Heimat. Gegenüber dem ebenen Rheindamm vom letzten Jahr wirds für mich mit 320 Höhenmetern diesmal anspruchsvoller. In den Steigungen werde ich mit den Inline-Skatern kaum mithalten können.
Das Gigathlon-Tagebuch von Sandra Frei (25)
Was? Renato Ulrich hat gestern an dieser Stelle behauptet, er habe diese Woche fast nicht mehr trainiert? Nimmt unser Team-Captain den Gigathlon etwa gar nicht richtig ernst?
Bei mir sieht die Sache ganz anders aus. Ich habe mich bis ins letzte Detail vorbereitet. Zum Biken bin ich bis am Mittwoch im Engadin gewesen. Eine wunderbare Landschaft, die man auf dem Mountainbike richtig geniessen kann. Sogar das Schlafen im Zelt habe ich geübt. Auf dem Campingplatz in Silvaplana – es war sogar das Zelt vom Gigathlon vor drei Jahren.
Spass bei Seite. Für mich sind die Tage im Engadin ja auch kein ernsthaftes Training gewesen, sondern aktive Ferien. Dass ich am Mittwoch mit dem Bike noch gestürzt bin, hat auf meine Leistung vom Wochenende kaum negative Auswirkungen. Ein Knie ist zwar etwas blau, aber für den Einsatz kein Problem.
Es macht mir keine Angst, dass die Mountainbike-Strecke schwierig sein soll. Das ist für alle gleich. Ich bin bereit. Als Snowboardcrosserin habe ich in den Abfahrten wohl einen Vorteil. Mutproben, das richtige Einschätzen der Situation und optimale Linienwahlen bin ich vom Snowboardcross gewohnt. Das Bergauffahren nehme ich gerne in Kauf, wenn mir als Lohn für die Kraxelei danach eine Abfahrt winkt.
Ich freue mich aufs Wochenende, auf heute Nachmittag, wenn ich meine Team-Kollegen beim Einchecken treffe.
Das Gigathlon-Tagebuch von Renato Ulrich (26)
Es ist so weit. Ich freue mich aufs Wochenende. Schliesslich bin ich schon letztes Jahr mit dem Golden-Talents-Team dabei gewesen und es war ein Riesenspass. Letztes Jahr war ich der Velofahrer, diesmal laufe ich.
Eigentlich machen mir beide Sportarten fast gleich viel Spass. Aber weil wir jetzt mit Pascale Schnider ja eine Radspezialistin in unserem Team haben, hätte es wenig Sinn gemacht, wenn ich wieder Velo fahren würde. Velofahren und Laufen sind ja beides Ausdauersportarten.
Obwohl ich als Skiakrobat bei den Wettkämpfen nur kurzzeitig explosiv sein muss, ist auch für mich eine gewisse Grundausdauer wichtig. Ob Laufen oder Velo, ich mache beides gern. Diesmal bin ich der Team-Captain. Aber eigentlich gibt es bei uns im Team keine Hierarchie.
Ich habe im Vorfeld einfach das Administrative erledigt und gebe den andern bekannt, wann und wo wir uns am Freitag treffen: um 13.30 Uhr zum Abgeben von Sandras Mountainbike und Pascales Rennvelo in Langnau.
Danach gehts ans Zeltaufstellen. Ich bin sicher, dass es auch diesmal grosse Emotionen gibt. Seit April bin ich zweibis dreimal in der Woche gelaufen. Wir wollen mit unserem Team den Gigathon zwar vor allem als Erlebnis geniessen und zusammen Spass haben. Aber ich bin sicher: Während des Events werden wir von unserem Ehrgeiz als Sportler bestimmt gepackt.