WEF Das Ausland versteht unser Bankgeheimnis nicht

  • Publiziert: 28.01.2010, Aktualisiert: 10.02.2012
play Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer (links) am WEF: «Können wir denn nicht qualitativ mithalten, auch ohne das Bankgeheimnis?» (Keystone)

DAVOS – An der ersten Diskussionsrunde am Open Forum in Davos sprachen die Teilnehmer darüber, wie andere Staaten die Schweiz und ihr Bankgeheimnis wahrnehmen.

Die Akzeptanz des Bankgeheimnisses schwinde, sagte Peter Maurer, UNO-Botschafter der Schweiz in New York und künftig Staatssekretär im EDA, in der vollbesetzten Aula der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos. Es sei wichtig, hierzulande wahrzunehmen, dass das Bankgeheimnis im Ausland nicht verstanden werde.

Gerade in den anderen Industrieländern habe die Schweiz bezüglich des Bankgeheimnisses ein Reputationsproblem. Schon seit längerer Zeit habe es klare Anzeichen dafür gegeben, «dass wir zunehmend isoliert sind mit unseren Erklärungen des Bankgeheimnisses».

Auch Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer (SP/AG) sprach von «mahnenden Stimmen» und davon, dass «wir ein bisschen lange nicht hingeschaut haben». Es sei wichtig, in Zukunft nicht erst zu reagieren, «wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen».

Eine Schweiz ohne Bankgeheimnis?

Mit Blick auf die künftige Bedeutung der Schweiz als internationaler Finanzplatz fragte Bruderer in die Runde: «Können wir denn nicht qualitativ mithalten, auch ohne das Bankgeheimnis?»

Eine Antwort bekam sie von Haig Simonian, Korrespondent der «Financial Times» in Zürich: «Die Schweiz als Finanzplatz ist kein Auslaufmodell.» Doch müssten die Banker klug genug sein, ihre international anerkannten Tugenden in den Vordergrund zu rücken.

Bruderer nahm den Gedanken auf und forderte, dass die Schweiz eine aktive Rolle übernehme und sich in die internationalen Diskussionen über den Informationsaustausch eingebe.

An der öffentlichen Diskussionsrunde beteiligten sich auch Ulrich Thielemann, Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik in St. Gallen, sowie Nail Fergusson, Geschichtsprofessor an der Universität in Harvard (USA).

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und das WEF organisieren das Open Forum Davos gemeinsam. Die Veranstaltung findet dieses Jahr zum achten Mal statt. Bis am Samstag sind insgesamt sieben Diskussionsrunden geplant. (SDA)

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