Das 103'200-Franken-Elend von Daniel G. Bruder zahlt nicht, Inkasso tut nichts

Daniel G. aus dem Kanton Solothurn hat grosses Pech. Zuerst pumpt sich sein Bruder bei ihm viel Geld und zahlt nicht zurück. Jetzt lässt ihn auch ein angeblich professioneller Schuldeneintreiber im Stich.

Daniel G. zeigt den SMS-Verkehr mit dem Inkassounternehmer. Immer wieder wurde er vertröstet. play
Daniel G. zeigt den SMS-Verkehr mit dem Inkassounternehmer. Immer wieder wurde er vertröstet. Peter Mosimann

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Postkarten für behinderte Denise Facebook-Aufruf berührt die Schweiz
2 Am WEF hielt der US-Vizepräsident seine letzte Rede Biden warnt vor Trump
3 Graubünden knapp geschlagen Die beliebtesten Skigebiete der Schweiz

News

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
4 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

Daniel G.* (64) ging zwei Mal leer aus. Zuerst gab er für seinen Bruder über 100'000 Franken aus. Als er das Geld mit Hilfe eines Inkassobüros zurückholen will, setzt er wieder 3200 Franken in den Sand.

Die Geschichte begann vor 20 Jahren. «Mein Bruder wollte eine Firma gründen. Da brauchte er Geräte, die ich ihm in meinem Namen finanzierte», sagt Daniel G. Doch kurz vor der Firmengründung springt der Bruder plötzlich ab, lässt G. mit Rechnungen von über 100'000 Franken sitzen. «Ich wollte ihn unterstützen. Er bekam kalte Füsse und hat mich mit den ganzen Kosten zurückgelassen», sagt der diplomierte Mechaniker. «Der eigene Bruder!» Das Geld sah Daniel G. nie wieder.

2015 versucht G. trotzdem sein Glück, er ist wegen seiner Gesundheit in Frühpension und braucht das Geld. «Ich wusste, dass mein Bruder von unserer Schwester 30'000 Franken geerbt hatte. Da hoffte ich, dass er mir zumindest einen Teil seiner Schulden zurückzahlen könnte», sagt G. «Er redet nicht mit mir. Auf meine Briefe reagierte er nicht. Deshalb schaltete ich ein Inkassobüro ein», sagt der Schweizer. Im Internet stösst er auf das Unternehmen von Ralf P.** Der Inkassounternehmer wirbt dort mit den Worten: «Geld eintreiben ist unsere Passion!»

 «Schon am Telefon versicherte mir P., dass er das Geld zurückholen werde. Natürlich auf legalem Weg», sagt G. Die beiden Männer treffen sich im April 2015. G. unterzeichnet einen Vertrag. «Er sagte mir, dass er erst nach einer Anzahlung anfangen könne.» Ralf P. bekommt das Geld: 3200 Franken.

Dann hört G. lange nichts mehr von dem Inkassobüro-Betreiber. «Immer wieder meldete ich mich bei ihm und fragte, wie es laufe. Doch getan hat er monatelang nichts.» Erst im November 2015 wirft Ralf P. einen Brief in den Postkasten des Bruders. «Das war praktisch alles, was er bis heute gemacht hat. Einmal verfolgte er noch meinen Bruder mit dem Auto», sagt G.

Seither werde er ständig nur vertröstet. «Ein Mal ist die Mutter krank, das andere Mal ist sein Auto kaputt. Er kam immer wieder mit faulen Ausreden», so G. «Und mein Geld wollte er auch nicht zurückgeben. Das ärgert mich besonders.»

G. versuchte es mit einer Anzeige gegen P. «Diese wurde abgewiesen. Strafrechtlich könne man da leider nichts machen.»

Ralf P. (59)  selbst kann die Vorwürfe von G. nicht verstehen. «Ich habe mehrmals versucht, seinen Bruder zu kontaktieren. Dieser hat nie reagiert», erklärt P. «G. wollte, dass ich unrechtmässig vorgehe. Ich mache mich da nicht strafbar.» Er werde nun gegen seinen Klienten vorgehen. «Das ist üble Nachrede. Ich habe sehr viel getan. Das Geld zurückbekommen habe ich aber bisher nicht.»

* Name bekannt

** Name geändert

Publiziert am 28.12.2016 | Aktualisiert am 11.01.2017
teilen
teilen
4 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

7 Kommentare
  • Heinz  Leuenberger aus Gerbenstorf
    29.12.2016
    Wieviele male war doch schon Weihnachten in diesem Fall. Wäre doch auch mal eine Möglichkeit den Familienstreit zu begraben und Frieden zu schliessen!
  • Vanessa  Meier 29.12.2016
    Jeder der Geld jemanden leiht, muss damit rechnen das Geld nie wieder zu sehen. Da nützt auch kein Vertrag.
  • Waldemar  Hugentobler aus Dietikon
    29.12.2016
    Solche windigen Gestalten wie dieser Schuldeneintreiber, treiben sich leider in der Schweiz noch viele herum. Z.B. auch auf dem Bau usw.
  • Urs  Saladin , via Facebook 29.12.2016
    Wenn es um Geschwister geht sind selbst Guthaben die quittiert sind kaum einzutreiben. Der Richter will kein "Familienurteil", bestenfalls kommt es noch zu einem Vergleich, der auch nichts bringt. Die Richter sagen schon im voraus, bei Streitigkeiten um Guthaben unter Geschwistern könne man sich das Geld für die Gerichtskosten eh sparen! Alles selber erlebt!
  • Niels  Huggli aus Zug
    28.12.2016
    Vielleicht sollte er seinem Bruder einfach verzeihen, statt dem Geld nachzuspringen. Das hat ihn nun 20 Jahre alleine ohne Bruder zu sein gekostet. Der Bruder schämt sich sicher sehr und darum muss er den ersten Schritt machen und ihm verzeihen, statt ein Inkassobüro zu beantragen, weil der Bruder CHF 30000 Erbe bekommen hat. Es geht ihm nur ums Geld und darum wollte das Schicksal es so, dass er Geld beim Inkassobüro liegen lässt.