
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Letzte Woche war ich daheim in Bayern. Da, wo man «Grüss Gott» sagt. Und nicht «Grüezi.» – «Das is fei schee.» Und nicht: «Das isch aber schöön.»
Schon an der Supermarkt-Kasse fing ich an zu fremden: Ich begrüsste die Kassiererin mit einem fröhlichen «Grüezi». Sie schaute mich verständnislos an. So, als hätte ich sie auf Chinesisch nach der Zeit gefragt.
Daheim erzählte ich meinen Eltern von meinem neuen Velo. Und dass ich es nie wieder auf dem Trottoir parkieren werde. Sie schauten mich fragend an.
«Fahrrad meinst du, gell?», sagte meine Mutter. Und mein Vater fragte: «Wo willst du es nicht mehr abstellen?»
Am Abend dann traf ich meine Freundin Sarah. Sie zeigte mir ihren neuen, kleinen, wuscheligen Hund. «Jöö!», machte ich. «Häää?», fragte Sarah. Dann erzählte ich ihr von Zürich, der Schweiz, dem Schwiizertüütsch-Kurs. «Und da ist noch ein anderer Deutscher im Kurs, oder.» – «Keine Ahnung», antwortete Sarah. «Das musst du selber wissen. Warum fragst du?»
Am Ende des Abends sagte Sarah zu mir: «Katia, du redest so anders. So melodisch! So schweizerisch! So schööön!»
Da merkte ich: Ich bin längst verschwiizertüütscht. Nicht so sehr, dass ich perfekt Mundart schwätzen kann. Aber meine Integration ist weiter fortgeschritten, als ich dachte. Dem Schwiizertüütsch-Kurs sei Dank.
Nur: Wenn ich jetzt weiter lerne und lerne – dann versteht mich zu Hause bald keiner mehr. Deshalb bleibe ich beim Hochdeutsch. Denn ihr, liebe Schweizer, versteht mich ja auch so.
Katia wird in ihrer Heimat nicht mehr verstanden.- Dominik Baumann