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Morgen ist es wieder soweit: Jeweils im Oktober teilt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit, welche Prämienpolitik der Krankenkassen gutgeheissen wurden. Für die Versicherten geht dies mit einem Aufschlag der Prämien einher.
Der offizielle Prämienaufschlag dürfte diesmal bei rund neun Prozent liegen, heisst es beim Vergleichsdienst «comparis.ch». Doch dieser Aufschlag von durchschnittlich neun Prozent sei Quatsch. Es werde deutlich teurer: Denn das BAG verschleiere sage und schreibe eine halbe Milliarde Franken Prämienaufschlag!
BAG mit unzeitgemässer Berechnung?
Ein Rückblick: Ende August hatte sich bereits abgezeichnet, dass der gefürchtete Donneraufschlag bei den Krankenkassenprämien doch nicht eintreten werde: Statt 15 Prozent waren es zunächst elf Prozent Zuschlag, jetzt gemäss BAG sogar noch tiefer. Das tönt gut, ist es aber nicht, sagt «comparis.ch».
Denn die tieferen Zahlen des BAG seien nur durch einen Trick bei der angewandten Berechnungsmethode möglich geworden: «Das BAG wies bis anhin jeweils nur den Prämienaufschlag für die Versicherten mit dem traditionellen Versicherungsmodell sowie einer 300er-Grundfranchise und mit Unfalldeckung aus.»
Allerdings ist mittlerweile nur noch eine Minderheit so versichert, sagt «comparis.ch» gegenüber Blick.ch. Ein neunprozentiger Prämienaufschlag würde gerade mal einen Fünftel der Bevölkerung betreffen. Die Dummen sind die Versicherten mit höherer Wahlfranchise, immer hin die Mehrheit der versicherten Erwachsenen, wie die Sprecherin des Vergleichsdienstes bestätigte.
Denn die überdurchschnittlichen Prämienerhöhungen bei den Wahlfranchisen sind in der BAG-Rechnung nicht enthalten. Wären diese eingerechnet, wäre der Prämienanstieg statt neun rund 11,5 Prozent. Dies entspricht rund einer halben Milliarde Franken.
Versicherte mit Wahlfranchise zahlen
«Die halbe Milliarde fällt zwar aus der offiziellen Statistik, verschwindet aber nicht einfach von den Prämienrechnungen der Versicherten. Am Ende müssen in erster Linie die Versicherten mit Wahlfranchise die halbe Milliarde berappen», so Comparis-Geschäftsführer Richard Eisler. Eine Auswertung von «comparis.ch» zeige denn auch, dass rund jeder achte Versicherte einen Prämienanstieg von 20 Prozent und mehr hinnehmen müsse. (gux)