BERN - Jung, attraktiv, aber blitzgefährlich: Zwei Paare klauten in Bern Kleider im Wert von 15'000 Franken. Doch Ladendetektive konnten sie dingfest machen.
Es geschah am letzten Donnerstag. Mitarbeiter der Berner Ladendetektive von «City-Spion» fällt ein verdächtiges Paar auf. Die beiden bringen viele Kleider in die Garderobe - und verlassen sie schnell wieder. «Ihr erster Verdacht war, dass die beiden die Kleider in einer präparierten Tasche verstecken», sagt City-Spion-Geschäftsführer Pavel Müller.
Die Detektive verfolgen das Paar bis ins Metroparking und beobachten, wie sie sich bei einem Auto voller Kleider mit einem zweiten Paar unterhalten. Die Paare trennen sich und werden von den City-Spionen getrennt verfolgt. «Dank diesem Vorgehen konnten wir ihren Trick entlarven», sagt Müller.
Denn: «Wir beobachteten, dass eines der beiden Paare jeweils etwa drei Kleider in eine Garderobe brachte, dort liegen liess und das zweite Paar kurz darauf die Kleider hinausschaffte.»
Garderoben-Trick funktionierte
Da die meisten Läden nur einen internen Ladendetektiv beschäftigen, hätte der das falsche Paar aufgegriffen – das zweite wäre samt Beute unerkannt entkommen. Da in Bern aber mehrere Geschäfte mit «City-Spion» auch Verfolgungen ausserhalb der Geschäfte vornehmen, flog dieser Trick auf.
Die eingeschaltete Polizei stellte ein Paar auf dem Waisenhausplatz, das zweite wurde im Wagen im Metroparking dingfest gemacht. «Diese Verhaftung war knapp. Die beiden wollten schon abfahren, nur die gezückten Waffen der Polizei hielten sie ab», sagt «City-Spion» Müller.
Ein Kofferraum voller Marken-Kleider
Ein Blick in den Kofferraum zeigte: Die vier Polen zwischen 18 und 23 Jahren hatten sich in der ganzen Region eingedeckt: Kleider im Wert von 15'000 Franken wurden geklaut, vor allem Luxusmarken wie Lacoste oder Hugo Boss.
Für «Citiy-Spion»-Chef und Erfinder Pavel Müller ist das ein Erfolg. Seine Organisation baut in Biel gerade ein zweites Netz auf, Zürich hat die Idee unterdessen kopiert.