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Montag Nachmittag: Eine Holzbau-, eine Sanitär- und eine Gipser-Unternehmung arbeiten an den neu gebauten Einfamilienhäusern. Und keiner von ihnen hält sich an Schweizer Lohnverhältnisse!
Holzbauer Berthold Bühler schneidet noch am besten ab: Die Stundenlöhne seiner Mitarbeiter liegen um rund einen Franken unter dem orts- und branchenüblichen Schnitt. Weil Bühler auch die täglich zweistündige Fahrtzeit vom deutschen Wehr nach Fulenbach als Arbeitszeit anrechnet, kann aber kaum mehr von Lohn-Unterschied gesprochen werden (vgl. Kasten).
Krass sind die Lohn-Differenzen aber bei Gipser Mattes und Sanitärfirma Leber (vgl. Kasten). Die beiden Gipser bekommen 3.90 Franken die Stunde zu wenig. Und der 22-jährige Gas-Wasser-Installateur Maurizio Rodriquez verdient über 1600 Franken im Monat zu wenig. Gemäss Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der Schweizerischen Gebäudetechnikbranche müsste er 4450 Franken im Monat verdienen. Ausbezahlt bekommt er aber umgerechnet nur 2838 Franken.
Kontrolleur und Unia-Gewerkschafter Stephan Wild überlegt, die Sanitär-Arbeit einstellen zu lassen. Hier könnte er durchgreifen. Denn der Gebäudetechnik-GAV ist allgemeinverbindlich. Das heisst: Er gilt für sämtliche Firmen der Branche – auch für ausländische.
Anders sieht es bei der Gipser- und Holzbau-Firma aus: Die GAV der Maler und Gipser sowie der Schreiner sind nämlich nicht allgemeinverbindlich, sondern gelten nur für Mitglieder des Branchenverbandes.
Nach einem Telefonanruf beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Solothurn entscheidet Kontrolleur Wild, der Bauleitung ein Ultimatum zu erteilen. Diese hat 24 Stunden Zeit, per Fax zu bestätigen, dass die Lohndifferenz nachbezahlt und die Mindestlöhne künftig eingehalten werden. «Wenn der Fax nicht fristgemäss kommt, stelle ich die Arbeiten ein», sagt Wild.
Dienstag-Mittag: Der Fax kommt! Die Bauleitung Daniel Jenni Unternehmen sagt gegenüber Blick: Wir gewährleiste, dass die vorgeschriebenen Mindestlöhne bezahlt werden. Das habe man der Baustellenkontrolle schriftlich bestätigt. Die Firma werde auch für Lohn-Nachzahlungen sorgen.
«Der genaue Betrag ist noch offen», sagt Kontrolleur und Gewerkschafter Wild, «dafür muss ich erst die Arbeitsrapporte sehen.» Zudem stehen Verhandlungen mit Bauleitung Jenni an.
Eines steht aber jetzt schon fest: Die drei deutschen Firmen werden verwarnt. «Wenn sie sich künftig nicht an orts- und branchenübliche Löhne halten, müssen sie mit einer Sperrung rechnen», sagt Wild.
Ob sich die drei deutschen Firmen die Schweizer Vorgaben jetzt zu Herzen nehmen, wird die nächste Kontrolle zeigen.
Welche Chefs haben etwas zu verbergen?
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